Der berühmte Carrera RS 2.7, der auf dem Pariser Autosalon 1972 vorgestellt wurde, bevor er für das Modelljahr 1973 auf den Markt kam, basierte auf der 911 S-Plattform. Er wurde konzipiert, um Porsche die Teilnahme an der neu geschaffenen FIA-Rennserie der Gruppe 4 für Serienfahrzeuge zu ermöglichen.
Unter der dünneren Karosserie und der Motorabdeckung aus Glasfaser verbarg sich ein Sechszylinder-Boxermotor mit größerem Hubraum. Er verfügte über reibungsarme, mit Nikasil beschichtete Zylinder, die von einer mechanischen Bosch-Kraftstoffeinspritzung gespeist wurden, was zu einer Leistungssteigerung um 20 Prozent auf 210 PS führte. Eine straffere Federung sowie größere Scheibenbremsen und Räder verbesserten das Fahrverhalten, während breitere Kotflügel und der markante „Ducktail“-Heckspoiler zu legendären Designmerkmalen wurden. Das Modell zählt nach wie vor zu den berühmtesten in der Geschichte Stuttgarts.
Um die Homologationsanforderungen des Motorsport-Dachverbands zu erfüllen, hatte Porsche ursprünglich vor, nur 500 Fahrzeuge zu bauen. Doch dank des Erfolgsrezepts war das Auftragsbuch bereits vor Ende 1972 voll, was dazu führte, dass zwei weitere Serien zur Produktion vorgesehen wurden. Insgesamt wurden 1.580 Exemplare gebaut. Davon wurden 1.308 Fahrzeuge mit dem Optionscode „M472“ gefertigt, der für die begehrte und komfortablere Touring-Ausstattung stand.
Das hier angebotene Exemplar mit der Fahrgestellnummer 9113601141 wurde im Mai 1973 über den offiziellen Markenimporteur Sonauto in Paris neu nach Frankreich ausgeliefert. Als eines der in der Touring-Spezifikation konfigurierten Fahrzeuge war es in der Lackierung „Light Ivory“ mit einer Innenausstattung aus schwarzem Kunstleder und Cord ausgestattet. Das Fahrzeug war mit optionalen Sportsitzen, elektrischen Fensterhebern und einem elektrischen Schiebedach ausgestattet. Damit ist es eines von nur vier Fahrzeugen, die ab Werk mit Schiebedach ausgestattet und neu nach Frankreich ausgeliefert wurden.
Der Carrera 2.7 RS, dessen erster Besitzer Michele Lecoufle aus Saint-Lô im Nordwesten des Landes war, wurde ausgiebig gefahren und genossen. Als Lecoufle das Auto 1978 verkaufte, hatte es fast 120.000 Kilometer zurückgelegt. Der zweite Besitzer, Philippe Brochet, tat es ihm gleich. Er behielt den Porsche bis März 1999 und legte weitere 73.000 Kilometer zurück, bevor er von Herrn Denis Mathieu erworben wurde. Nach 14 Jahren in seinem Besitz wurde das Chassis 9113601141 von einem Sammler in Österreich erworben, bevor es im Mai 2018 an den verkaufenden Eigentümer verkauft wurde; zu diesem Zeitpunkt hatte das Fahrzeug fast 248.000 Kilometer zurückgelegt. Seit August 2018 ist der 911 für den Straßenverkehr im Vereinigten Königreich zugelassen.
Eine Vielzahl von Rechnungen (in den Unterlagen einsehbar) dokumentiert die Wartungshistorie des Porsche in Frankreich und Österreich. Entscheidend ist, dass das Fahrzeug nie vollständig restauriert wurde. Dementsprechend präsentiert es sich in seiner Werksfarbkombination Elfenbeinweiß mit einer Innenausstattung aus schwarzem Kunstleder und Cord. Zudem verfügt der Carrera 2.7 RS noch über seinen originalen Sechszylinder-Boxermotor und das Original-Getriebe mit matching numbers. Zu den umfassenden Unterlagen gehören eine Kopie der originalen Sonauto-Kaufrechnung sowie ein im August 2013 von Porsche Österreich ausgestelltes Zertifikat, das die Originalausstattung bestätigt. Ebenfalls im Lieferumfang enthalten sind ein Werkzeugsatz, ein Wagenheber und das Serviceheft
Als eines von nur vier Exemplaren mit werkseitigem Schiebedach, die nach Frankreich geliefert wurden, und mit bekannter Erstbesitzergeschichte wäre dieses historische und authentische Exemplar des verehrten 911 Carrera 2.7 RS in Touring-Spezifikation sowohl ein begehrter Besitz in jeder Porsche-Sammlung als auch ein idealer Kandidat für zahlreiche Fahrten.