Dieser Porsche 911 aus dem Jahr 1965 wurde laut einer Kopie des Kardex-Dokuments am 22. Januar 1965 gebaut. Als frühes Modell mit kurzem Radstand war dieser 911 ursprünglich in Schiefergrau (6401) mit schwarzer Innenausstattung und Pepita-Stoffeinlagen lackiert. Zur zusätzlichen Ausstattung gehörten ein Außenspiegel, ein Blaupunkt-Radio, ein Lautsprecher und eine Antenne.
Laut einem in den Unterlagen befindlichen Schreiben des ehemaligen Porsche-Werksrennfahrers Anton von Dory wurde der 911 vom Werk in Deutschland an Volkswagen Interamericana in Mexiko geliefert, bevor er kurz darauf im März 1965 nach Puerto Rico verschifft wurde, wo er vom Händler Olympic Motors an Nestor Nadal verkauft wurde. Im Januar 1966 beschloss Nadal, seinen 911 für den Rennsport vorbereiten zu lassen, und das Auto wurde zum Porsche-Werk in Stuttgart zurückgebracht. Dort modifizierte der Rennfahrer und Mitarbeiter der Porsche-Entwicklungsabteilung Gerhard Mitter das Auto für GT-Rennen. Zu diesen Arbeiten gehörten der Einbau von Aluminiumtüren, Kofferraumdeckel und Motorabdeckungen sowie Seiten- und Heckscheiben aus Plexiglas.
Der 911 wurde rechtzeitig zur Bahamas Speed Week in Nassau im Dezember 1966 zurück über den Atlantik verschifft. Ursprünglich sollte Mitter das Auto steuern, aber das Werk teilte mit, dass er krank sei und von Dory seinen Platz einnehmen solle. Mit der Startnummer 40 beendete von Dory das Governor's Trophy-Rennen auf dem 16. Platz in der Gesamtwertung und auf dem 3. Platz in der 2,0-Liter-Klasse – eine beeindruckende Leistung, wenn man bedenkt, dass viele seiner Konkurrenten den neuen 906-Prototypen-Sportwagen von Porsche fuhren. Der 911 wurde anschließend bis 1972 von dem bekannten Rennfahrer Diego Febles in Puerto Rico und der Dominikanischen Republik eingesetzt. Während dieser Zeit wurde das Auto auf 2,2 Liter Hubraum aufgerüstet und mit RSR-Kotflügelverbreiterungen ausgestattet.
Nach dem Ende seiner Rennkarriere blieb dieser frühe 911 in Puerto Rico und stand mehr als drei Jahrzehnte lang ungenutzt in einem Lager, bevor er 2001 von Tommy Trabue erworben wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren der Originalmotor des 911 und verschiedene historische Rennkomponenten in eine Ersatzkarosserie aus dem Jahr 1966 eingebaut worden, die die neue Nummer 300233 erhielt. Fotos in den Unterlagen zeigen das Auto in seinem Fundzustand mit RSR-Kotflügelverbreiterungen, einem Armaturenbrett aus Holz, Plexiglasfenstern und einem Langstreckentank. Herr Trabue beauftragte den Markenexperten Roy Sanders, das Auto wieder in den Zustand und die Lackierung der Bahamas Speed Week 1966 zu versetzen, und die Arbeiten wurden rechtzeitig für die Ausstellung bei der Rennsport Reunion VI in Laguna Seca im Jahr 2018 abgeschlossen.
Dieser hervorragend präsentierte und umfassend dokumentierte 911 ist ein wichtiges Stück Porsche-Rennsportgeschichte in Amerika, das bei einer Reihe von Porsche-Motorsportveranstaltungen weltweit willkommen sein dürfte.
Nestor Nadal, Puerto Rico (1965 neu erworben über Olympic Motors) – Tommy Trabue (erworben 2001)
RENN-Highlights: Nassau Governor’s Trophy, Bahamas, Dezember 1966, von Dory, Nr. 40 (16. Platz insgesamt, 3. Platz in der Klasse) AUSSTELLUNGS-Highlights: Rennsport Reunion VI, Kalifornien, 2018