Fahrgestellnummer 12803738
Motornummer 832242
Bei all dem Lob, das die „frühen 911er“ mit kurzem Radstand (1965–1968) erhalten, wird oft vergessen, dass der ursprüngliche 912 parallel zum 911 angeboten wurde und diesen in den 1960er Jahren im Verhältnis zwei zu eins übertraf. Warum? Nun, der 912 bot zahlreiche Vorteile. Erstens teilt er sich die gleiche Karosserie der 900er-Serie und das Aussehen mit dem 911. Die Gewichtsverteilung, lange Zeit als Schwachpunkt des frühen 911 angesehen, wurde durch einen leichteren Motor über der Hinterradaufhängung mehr zur Mitte verlagert. Auch das Gesamtgewicht sank, was zu einem geringeren Verbrauch und niedrigeren Betriebskosten führte. Während die Besitzer der frühen 911er sich mit kniffligen Solex-Vergasern herumschlugen und mit Rückrufaktionen wegen undichter Wärmetauscher zu kämpfen hatten, fuhren die 912er-Besitzer zufrieden mit einer hochmodernen Variante des luftgekühlten 1.600-ccm-Vierzylinder-Boxermotors aus Aluminium, der seit 1948 die meisten Porsche-Straßenfahrzeuge antreibt. Tatsächlich konnte ein 912 mit derselben hochwertigen Ausstattung bestellt und entweder als Coupé oder Targa gewählt werden – genau wie ein 911.
Die am 20. März 1968 ausgestellte Kardex-Garantiekarte für dieses 912 Coupé verzeichnet, dass es sich um ein für den US-Markt bestimmtes Exemplar handelt, das von der Porsche of America Corporation (POAC) vertrieben wurde und in Irish Green mit brauner Innenausstattung ausgeliefert wurde. Er war mit einem Blaupunkt-Frankfurt-Radio mit US-Band, Lautsprecher im Armaturenbrett und Antenne, Stoßstangenhörnern mit Gummileisten vorne und hinten sowie verchromten Stahlfelgen ausgestattet. Sein erster Besitzer war Melvin O. Ryder aus Buffalo, New York.
Heute präsentiert sich dieses reizvolle 912 Coupé noch immer in seiner Original-Lackierung in Irish Green mit brauner Innenausstattung und braunem Teppichboden. Das Äußere wird durch den Wegfall der vorderen Stoßstangenverkleidungen und der nur für 1968 typischen Seitenreflektoren sowie durch silberlackierte Stahlfelgen und goldene Porsche-Seitenstreifen, Motorhaubenschriftzüge und Stoßstangenstreifen akzentuiert. Zudem verfügt er über „Rest of World“-Blinker vorne und hinten sowie H4-Scheinwerfer in den für den US-Markt bestimmten Gehäusen. Für den Antrieb sorgt ein 1,6-Liter-Boxermotor vom Typ 616/16, der ursprünglich in einem 912 aus dem Jahr 1966 verbaut war. Mit seiner attraktiven Farbgebung und einer Reihe ästhetischer Exterieur-Veredelungen bietet dieser 912 einen verlockenden Einstieg in die Welt der Porsche-Oldtimer aus den 1960er Jahren.