Ein Großteil der Entwicklung des Porsche 911 war das Ergebnis des Rennprogramms des Werks, und es waren die damaligen Homologationsvorschriften der Gruppe 4, die den Bau von 400 Straßenfahrzeugen vorschrieben, die die Entwicklung des „Projekts 930“ – des legendären 911 Turbo – vorantrieben. Der Turbo, der ab April 1975 produziert wurde, kombinierte einen KKK-Turbolader mit dem 3,0-Liter-Carrera-RSR-Motor: In der Straßenversion lieferte diese Kombination 260 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h (155 mph). Beim Turbo ging es jedoch nicht nur um die Höchstgeschwindigkeit, er war auch der am besten ausgestattete 911 und erstaunlich flexibel – daher nur vier Gänge im Getriebe – und konnte in 14 Sekunden von 0 auf 100 mph (161 km/h) beschleunigen. Was den 911 Turbo jedoch von seinen Mitbewerbern unterschied, war die entspannte Art und Weise, mit der diese atemberaubende Leistung erbracht wurde.
Die charakteristischen ausgestellten Radkästen und der „Teetablett“-Heckspoiler des Turbo waren bereits beim Carrera-Modell zu sehen, während der Innenraum mit Lederpolsterung, Klimaanlage und elektrischen Fensterhebern der luxuriöseste war, den es je in einem 911 gab. Für das Modelljahr 1978 wurde der Motor des Turbo auf 3,3 Liter Hubraum vergrößert und mit einem Ladeluftkühler ausgestattet; die Leistung stieg auf 300 PS und die Höchstgeschwindigkeit des damals schnellsten Serienwagens stieg auf 257 km/h. Der Porsche 911 Turbo war raffinierter als je zuvor, behielt aber seine Hochleistungsfähigkeit bei. Er wurde zu Tausenden verkauft und wurde zum definitiven Sportwagen seiner Zeit.
Als bedeutender Fortschritt für den 911 wurden 1989 die neuen Modelle Carrera 4 und Carrera 2 – mit dem Codenamen „964“ – auf den Markt gebracht, wobei ersteres das erste Serienmodell des 911 mit Allradantrieb war. Die neuen Modelle wurden einem Facelift unterzogen, behielten jedoch ihre bekannte Form bei und wurden mechanisch umfassend überarbeitet, wobei 87 % der Teile als völlig neu bezeichnet wurden. Obwohl die beiden Saugmotoren denselben 3,6-Liter-Luftgekühlten-Sechszylinder-Boxermotor mit 247 PS hatten, behielt der Turbo zunächst seinen bestehenden 3,3-Liter-Motor, der nun 320 PS leistete. Servolenkung (eine weitere „Premiere” für den 911), Antiblockiersystem und Schaltgetriebe gehörten zur Serienausstattung, während das Tiptronic-Automatikgetriebe nur für den Carrera 2 als Option erhältlich war.
Für das Jahr 1993 wurde der Turbo aufgerüstet und erhielt den 3,6-Liter-Motor, der auf dem des Carrera 4 basierte und in der Turbo-Version 360 PS leistete. Darüber hinaus verfügte der Turbo 3.6 über größere 18-Zoll-Räder, eine tiefergelegte Federung, einen vorderen Stabilisator und ein aggressiveres Design. Mit der für 1995 geplanten Einführung der Nachfolgemodelle des Typs 993 war der 3,6-Liter-Turbo nur für ein Jahr (1993-1994) vorgesehen, in dem weniger als 1.500 Exemplare gebaut wurden.
Als eines der selteneren Porsche 911-Modelle wurde das von uns angebotene Exemplar neu in Belgien an seinen ersten Besitzer, einen örtlichen Arzt, ausgeliefert. Das am 16. März 1993 erstmals zugelassene Fahrzeug wurde in der begehrten Farbe Oakgrün Metallic mit Sherwood Green-Lederausstattung bestellt und ist eines von vermutlich drei Fahrzeugen, die mit dieser Ausstattung fertiggestellt wurden. Dieses Fahrzeug wurde mit einer großzügigen Sonderausstattung bestellt, zu deren Highlights ein Sperrdifferenzial, Scheinwerferwaschanlage, elektrisch verstellbare Sportsitze, Heckscheibenwischer, Fünfgang-Handschalter, Schiebedach und Servolenkung gehören (siehe Porsche-Echtheitszertifikat in den Unterlagen).
Das Fahrzeug blieb 27 Jahre lang im Besitz seines ersten Eigentümers und wurde erst 2020 an einen seiner besten Freunde, den aktuellen Besitzer, verkauft. Mit nur zwei Vorbesitzern seit Neuzustand und einer Laufleistung von ca. 163.200 Kilometern ist dieser Turbo 3.6 so original wie nur möglich; tatsächlich sind auf den originalen 18-Zoll-Rädern noch die werkseitig angebrachten „SPEEDLINE for PORSCHE“-Aufkleber zu sehen. Das Radio wurde mit einem originalen Porsche Classic Navigationsgerät aufgerüstet, während das originale Blaupunkt Symphony Radio/Kassettengerät im Verkauf enthalten ist.
Das Fahrzeug verfügt über eine lückenlose Servicehistorie: Das Serviceheft enthält nicht weniger als 21 offizielle Händlerstempel, und eine 31-seitige Akte gibt einen historischen Überblick über alle Rechnungen seit der Auslieferung. Die originalen Porsche-Bücher und -Handbücher sind enthalten, und das Fahrzeug wird mit aktueller belgischer Zulassung, einer bis zum 9. September 2027 gültigen technischen Kontrolle, einem detaillierten technischen Bericht vom 21.4.2024 und dem oben genannten Porsche CoA, das matching numbers bestätigt, angeboten.