Die fünf seltensten Porsche aller Zeiten

Die fünf seltensten Porsche aller Zeiten

15.01.2019 / Von Richard Lindhorst

Die Zuffenhausener Sportwagenschmiede Porsche brachte im Laufe der mittlerweile 70-jährigen Unternehmensgeschichte insgesamt 34 Baureihen in Serie. Jede Baureihe hatte eine Vielzahl an Motorisierungen und Karosserieformen im Angebot. Doch welcher in Serie produzierte Porsche ist eigentlich der seltenste und wie viele Exemplare gab es davon? Dieser Frage gehen wir heute im Elferspot Magazin nach. Auch wir konnten dabei noch einiges lernen und unseren Horizont in Sachen Porsche erweitern. Eins vorab: Platz 1 hat uns doch ziemlich überrascht…

Platz 5 – Porsche 924 Carrera GTS

Auf Basis des mit 406 gebauten Exemplaren ebenfalls nicht gerade als Volumenmodell bekannten, 1979 vorgestellten 924 Carrera GT fertigte Porsche ein Homologationsmodell namens 924 Carrera GTS. Er wurde 1981 entwickelt und war vorwiegend für den privaten Renneinsatz vorgesehen. Dem 2,0 Liter Vierzylinder Turbomotor wurden mit erhöhtem Ladedruck satte 245 PS entlockt. Mit dem Leergewicht von nur 1.121 Kilogramm hatte der Motor leichtes Spiel und sorgte für Beschleunigungswerte von 6,2 Sekunden im 0-100 km/h Sprint. Als 924 Carrera GTS Clubsport mit 270 PS und sogar nur 1.060 Kilogramm Gewicht waren sogar 5,2 Sekunden drin.

Porsche 924 Carrera GTS

Weitere technische Leckerbissen waren die Sitze aus dem Porsche 935, fest eingebaute Scheinwerfer mit Kunststoffabdeckungen anstelle von Klappscheinwerfern und Karosserieteile aus leichtem GFK. Besondere Bekanntheit erlangte der Carrera GTS in den Händen von Walter Röhrl, der in der Deutschen Rally Meisterschaft 1981 vier Gesamtsiege im GTS einfahren konnte. Insgesamt wurden 59 Exemplare produziert, allesamt indischrot, 15 davon wurden als Clubsport geordert.

Platz 4 – Porsche 911 GT1

An vierter Stelle landet der Porsche 911 GT1. Neben dem GT3 RSR der Baureihe 991 ist der 911 GT1 der einzige Elfer mit Mittelmotor. Gebaut wurde der 911 GT1 von 1996 bis 1998 als Homologationsmodell für den Einsatz bei Langstreckenrennen in der GT1 Kategorie. Der wassergekühlte 3,2 Liter Sechszylinder Boxermotor mit Biturboaufladung basierte auf dem Triebwerk des Porsche 956C bzw. 962 und lieferte in der Straßenversion 544 PS an die Hinterräder. So beschleunigte die 1.150 Kilogramm leichte Carbon-Flunder in 3,9 Sekunden auf 100 km/h und in 10,5 Sekunden auf 200 km/h. Der Vortrieb endete erst bei 308 km/h. Entwicklungsingenieur war übrigens kein geringerer als ein gewisser Norbert Singer.

Porsche 911 GT1

Während die Rennversion 1996 mit Platz 2 und 1997 mit Platz 4 den Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans noch knapp verpasste, triumphierte Porsche 1998 mit dem GT1 an der Sarthe mit einem Doppelsieg. Es entstanden während der dreijährigen Bauzeit insgesamt 22 Exemplare, zwei davon mit Scheinwerfern im Stile des 993, die übrigen 20 mit dem Design der 996 Leuchten. Der Neupreis belief sich auf 1.550.000,- DM.

Platz 3 – Porsche 911 SC/RS

Bronze geht in dieser Top 5 an ein weiteres Rallyfahrzeug: den Porsche 911 SC/RS. Die Serienleistung des 911 SC von 204 PS wurde durch umfangreiche Überarbeitungen auf 250 PS bei 7000 U/min angehoben. Auch beim Thema Gewichtsreduktion Porsche ließ nichts unversucht. Durch den Wegfall von Radio, Heizung, Handschuhfach, Türtaschen und den Einsatz von Kunststofffenstern drückte Porsche das Leergewicht auf 960 Kilogramm.

Porsche 911 SC/RS

Die Fahrleistungen lesen sich auch heute noch beeindruckend: 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und 255 km/h Spitze. Doch diese Performance hatte schon damals ihren Preis: 188.100 DM. Von 1984 bis 1986 wurden 20 Exemplare vom 911 SC/RS produziert und konnten insgesamt 14 Rallysiege und 18 weitere Podestplätze für sich verbuchen.

Platz 2 – Porsche 356 America Roadster

Auf Nachfrage aus den USA baute Porsche 1952 eine leichtere Version des 356, weshalb auch der Name America Roadster entstand. Der abgespeckte Roadster verfügte über eine handgefertigte Karosserie aus Aluminium und wog leer nur atemberaubende 605 Kilogramm. Daher reichten die 70 PS des aus dem 356 1500 S entnommenen 1.488 cm³ Vierzylinder Boxermotors für eine Höchstgeschwindigkeit von damals schier unglaublichen 175 km/h.

Porsche 356 America Roadster

Porsche baute insgesamt 16 America Roadster, die mit Ausnahme eines in Deutschland verbliebenen Fahrzeugs überwiegend zu Renneinsätzen in Amerika eingesetzt wurden. Der Listenpreis im Jahre 1952 betrug 4.600,- US-Dollar. Inflationsbereinigt entspräche das heute gerade mal ca. 43.000,- US-Dollar. Insofern war der America Roadster fast ein Schnäppchen…

Platz 1 – Porsche 968 Turbo S

Dass der seltenste Porsche aller Zeiten ein Transaxlemodell sein würde, dürfte nicht nur uns beim Elferspot Magazin überrascht haben. Mit gerade einmal vierzehn gebauten (Serien-)Fahrzeugen ist der Porsche 968 Turbo S jedoch der seltenste Zuffenhausener Sportwagen aller Zeiten. Auch der 968 Turbo S war die straßenzugelassene Version eines Rennfahrzeugs: dem Porsche 968 Turbo RS. Der Motor basiert auf dem Block des 968 Clubsport, hat jedoch nur noch zwei Ventile pro Zylinder und einen KKK Abgasturbolader. In Kombination mit einem Ladeluftkühler und maximal 1,0 bar Ladedruck leistete der Motor stramme 305 PS und 500 Nm Drehmoment. Der 968 Turbo S wurde im Vergleich zum 968 Clubsport nochmals um 20 Kilogramm abgespeckt, sodass fahrfertige 1.300 Kilogramm übrig blieben. Fahrleistungen? Glatte 5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und 280 km/h Spitze.

Porsche 968 Turbo S

Doch warum ist ausgerechnet dieses Modell so selten? Am Preis kann es jedenfalls nicht gelegen haben. Porsche bot zur gleichen Zeit zwar auch den Porsche 911 Carrera RS 3.8 vom Typ 964 an, doch der 968 Turbo S war mit einem Neupreis von 175.000,- DM satte 50.000,- DM günstiger als der Elfer. Dieser fand bei den Rennteams trotzdem deutlich mehr Absatz und besiegelte somit endgültig das Schicksal der wirklich letzten Transaxle Ausbaustufe. 1993 und 1994 produzierte Porsche die besagten vierzehn Serienexemplare und stellte wegen der fehlenden Nachfrage noch im selben Jahr die Produktion wieder ein.

Bilder: © Porsche & © Detectandpreserve

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