Doppelt ikonisch – „Jubi“ und „Miami Vice“ Turbo im Glanz der späten 80er
Die späten 80er Jahre – eine Ära voller Kontraste: Im Fernsehen starten Die Simpsons, Seinfeld und Baywatch, im Radio laufen Roxette, Madonna und Phil Collins rauf und runter. Die Straßen gehören kantigen Karossen mit breiten Backen und unter den Traumwagen thront der Porsche 911 in seiner letzten klassischen Form – dem G-Modell. Die Speerspitze dieser Zeit war zweifelsfrei der 911 Turbo 3.3 – ein letztes Aufbäumen der Baureihe. Quasi zeitgleich gab es auch das Porsche 911 Carrera 3.2 „25 Jahre 911“ Jubiläumsmodell. Beide verkörpern, besonders als Cabriolets, den Geist der 80er wie wenige andere Sportwagen. Philipp Göller hat diese zwei Raritäten im Autohaus Stefan versammelt. Der Badener lud uns kurzerhand auf eine kleine Zeitreise ein.
Offene Highlights der späten 80er
Man könnte meinen, Philipp Göller hat ein besonderes Gespür für ikonische Porsche-Duos. Nachdem er bereits zwei perfekt erhaltene 964 Turbo 3.6 aufgespürt hatte, stehen nun zwei offene G-Modell-Highlights in seinem Showroom: ein Porsche 911 Carrera 3.2 „25 Jahre 911“ Cabriolet und ein 911 Turbo 3.3 Cabrio in einer überaus spannenden Farbkombination.

Zwei seltene, offene G-Modelle, beide original, beide mit einer eigenen Geschichte – das ist schon ein Stück Automobilmagie.
Philipp Göller, Autohaus Stefan & GS Manufatur
Der Jubiläumsklassiker – Porsche 911 Carrera 3.2 „25 Jahre 911“ Cabriolet
Wir widmen uns zunächst dem eleganten Jubi, Modelljahr 1988. Einer von weltweit insgesamt nur 875 Jubis, sogar nur einer von 43 Europa-Cabriolets. Der Jubiläums-Elfer ist eine Hommage an ein Vierteljahrhundert Sportwagen-Ikone Porsche 911. Dieses Cabriolet trägt Dunkelblau metallic über perlgrauem Leder, dazu in Wagenfarbe lackierte Fuchsfelgen. Mit gerade einmal 35.000 Kilometern präsentiert sich der Wagen in unrestauriertem Originalzustand.
Ein Elfer den (fast) alle gut finden: Der Kontrast des dunkelblauen Lacks mit perlgrauem Leder im 911 Carrera 3.2 „25 Jahre 911“ ist einfach zeitlos schön.
Dennoch hat Philipp Göller den Jubi mit seinem Team technisch und optisch behutsam aufgefrischt. „Wir haben das Fahrzeug einem umfangreichen Service unterzogen. Riemen, Dämpfer, Bremsen und viele weitere Teile wurden erneuert, sodass der Jubi sich wieder genau so anfühlt, wie es sein soll“, erklärt Göller. Auch Kleinigkeiten wie eine fehlende Handschuhfachbeleuchtung wurden nicht übersehen. „Das Auto ist so aufgearbeitet, dass keinerlei Wartungen anstehen und es, so wie es ist, gefahren werden kann.“
Der Jubi war schon damals das Best-Of des G-Modells – elegant, hochwertig ausgestattet und technisch ausgereift. Deshalb ist er heute extrem gesucht. Vor allem, wenn es ein Auto mit so niedriger Laufleistung im unberührten Originalzustand ist. Solche Fahrzeuge gibt es eigentlich nicht mehr.
Philipp Göller, Autohaus Stefan & GS Manufaktur
Fahrerisch überzeugt der seltene Carrera 3.2 im Jubiläums-Gewand ohnehin. Er steht für ein über zweieinhalb Jahrzehnte verfeinertes Rezept. Dank seines wunderbar zu schaltenden G50-Getriebes und der für damalige Verhältnisse vollständigen Ausstattung, inklusive Klimaanlage und elektrischen Fensterhebern, besticht er als charmanter Begleiter für sonntägliche Ausflüge bei schönem Wetter. Gerade mit offenem Dach ist die Geräuschkulisse des Saugmotors eine wahre Freude. Der mittlerweile selbst bald 40 Jahre alte Jubi macht noch immer Spaß wie am ersten Tag!
Eine Legende in Cassisrot – Porsche 930 Turbo 3.3 „Miami Vice“ Cabriolet
Der ein Jahr ältere Porsche 930 Turbo 3.3 ist farblich nochmals auffälliger. Das Cassisrote Exterieur weckt unweigerlich ein Bild in meinem Kopf: Der Turbo, nachts vor einem amerikanischen Kino parkend, getaucht in grelles Neonlicht. Seine breitere Karosserie mit unsagbar großem Tiefbett in den Fuchsfelgen und dem großen Whale-Tail lassen erahnen, welche Urgewalt unter dem Heckdeckel schlummert. Kein Wunder, dass die Farbkombination dieses Turbos mit dem gelblich-beigen Interieur in Zuffenhausen wohl einen ganz besonderen Spitznamen hatte.




Dieser Turbo aus zweiter Hand zeigt lediglich 51.700 Kilometer auf dem Tacho. Durch das neue Verdeck und die kürzlich durchgeführte Inspektion bei Porsche fühlt er sich frisch und knackig an. Gleichzeitig bekommt man schon beim Einsteigen unweigerlich Respekt. 300 PS und Hinterradantrieb waren in den 80ern schließlich – abgesehen von Supersportwagen im Stile eines F40 oder 959 – das Wildeste, was man mit Geld kaufen konnte.
Wenn ein cassisrotes Porsche 930 Turbo 3.3 Cabriolet mit beigem Leder vorfährt, ist das wie eine Szene aus einem 80er Jahre Film. Dass man in Zuffenhausen angeblich Miami Vice Spezifikation dazu sagte, passt einfach perfekt – ob’s stimmt, wissen vermutlich nur die ganz alten Hasen im Porsche-Werk.
Philipp Göller, Autohaus Stefan & GS Manufatur
Verglichen mit dem eleganten Jubi fährt im „Miami Vice Porsche“ natürlich eine große Portion Ehrfurcht mit. Das Turboloch ist zwar geringer ausgeprägt als beim Vorgänger, doch gerade in der oberen Hälfte des Drehzahlbands schiebt dieser 930 schon gewaltig an. Als einer der letzten mit 4-Gang-Schaltgetriebe verkörpert er nach wie vor auch etwas vom Spirit der bunten 70er. Übrigens ist auch der Turbo ein ausgesprochen seltener Geselle. Nur 918 Exemplare entstanden in den Modelljahren 1987 und 1988.
Gipfeltreffen der G-Modelle – Lieber Jubi oder doch Turbo-Urgewalt?
Beide Cabrios stammen aus der Endphase des G-Modells – der letzten 911-Baureihe mit den wirklich klassischen Linien vor dem äußerlich und technisch moderneren 964. Der Jubiläums-911 verkörpert die edelste Interpretation des Carrera 3.2, der Turbo bringt den ultimativen Leistungs- und Prestige-Faktor dieser Ära. Zusammen stehen sie für den Höhepunkt einer legendären Epoche: den 911, wie er in den Köpfen einer ganzen Generation verankert ist – offen, kraftvoll, charismatisch. Ein Doppel, das Sammlerherzen höher schlagen lässt und zugleich den Lifestyle der späten Achtziger atmet.
Einen der beiden herauszupicken, ist gar nicht so leicht. Objektiv gesehen ist der Turbo das schnellere, begehrenswertere Fahrzeug. Doch die schlankere Linie des Jubi ohne den großen Turbo-Spoiler lässt ihn eleganter wirken – auf den Laien vielleicht sogar sympathischer?!
Richard Lindhorst, Elferspot
© Fotos: @domzeroto
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