Die Homologationsvorschriften verlangten, dass innerhalb von 12 Monaten 100 Fahrzeuge gebaut werden mussten, was Porsche auch gelang, und der 904 war sofort konkurrenzfähig. Im Jahr 1964 holte er nicht nur Klassensiege unter anderem in Sebring, Le Mans, Spa und auf dem Nürburgring, sondern errang auch den Gesamtsieg bei der Targa Florio dieses Jahres und sicherte sich damit die 2-Liter-Weltmeisterschaft.
Diesen Erfolg wiederholte er 1965, und der 904 bewies seine Vielseitigkeit, indem er in diesem Jahr bei der Rallye Monte Carlo mit Eugen Böhringer und Rolf Wütherich am Steuer den zweiten Platz belegte. Porsche baute zudem eine kleine Anzahl von 904/6, die mit einer Weiterentwicklung des 2-Liter-Sechszylinder-Boxermotors des 911 ausgestattet waren.
Das Chassis mit der Nummer 035 wurde am 25. Februar 1964 als Vierzylinder-904 fertiggestellt und an den Schweizer Fahrer Hansueli Eugster ausgeliefert, der zuvor bereits eine Reihe von Porsche-Modellen gefahren hatte. Eugsters erster Einsatz mit dem „035“ fand im Mai bei einem Rennen der Schweizer Meisterschaft in Monza statt, wo er seine Klasse gewann.
Im September kehrte er für die Coppa Inter-Europa nach Monza zurück und belegte in der 2-Liter-Klasse den fünften Platz, gefolgt von einem vierten Platz in seiner Klasse beim Preis von Tirol in Innsbruck. Eugsters Saison 1964 endete mit einer Reise zum Grand Prix von Angola, der auf einem Straßenkurs in Luanda ausgetragen wurde und ein starkes europäisches Teilnehmerfeld anzog.
Leider schied der 904 aus, nachdem Eugster ins Schleudern geraten war, und er nutzte ihn danach nur noch spärlich als Straßenauto, bevor er ihn 1967 an den schweizerisch-italienischen Rennfahrer Gildo de Guidi verkaufte. Dieser setzte ihn während dieser Saison erfolgreich bei Rundstreckenrennen und Bergrennen in Österreich, der Schweiz, Italien und Deutschland ein und gewann im Oktober beim 3-Stunden-Rennen von Hockenheim seine Klasse.
De Guidi nahm den 904 auch beim berühmten Bergrennen von Ollon-Villars an den Start, wo er den achten Platz in seiner Klasse belegte, bevor er ihn 1968 an Felix Laubscher in der Schweiz verkaufte. Laubscher behielt den Porsche bis 1993, als er ihn an Ulrich Senn verkaufte, und zwei Jahre später wurde er vom Sammler und historischen Rennfahrer Peter Glaesel erworben.
Im Jahr 2000 verkaufte Glaesel den 904 an Fritz Kozka, der ihn bei der Tour Auto dieses Jahres einsetzte. Zu den nachfolgenden Besitzern gehörten Peter Wirichs und Jean-Claude Castelain, und das Fahrzeug wurde bei hochkarätigen Oldtimer-Veranstaltungen wie der Le Mans Classic und der Rallye Monte-Carlo Historique eingesetzt.
Anfang 2008 wurde der Porsche durch den Einbau eines Sechszylindermotors auf die 904/6-Spezifikation umgerüstet. In dieser Konfiguration befindet er sich bis heute, und der Motor wurde 2021 überholt.
Dieser wunderschöne kleine Straßenrennwagen wird mit einem bis 2028 gültigen FIA Historic Technical Passport, einem umfangreichen Ersatzteilpaket, das die originalen Sitzauflagen und einen Satz Ersatzräder umfasst, sowie einem vollständigen Bericht des renommierten Porsche-Spezialisten Andy Prill angeboten und erinnert an eine goldene Ära in der glanzvollen Rennsportgeschichte der Marke.