Fahrgestellnummer WP0ZZZ99ZVS315543
Motornummer 63V06606
Der 911 Carrera 4S der 993er-Generation gilt seit langem als der ideale Ausdruck der letzten luftgekühlten Ära von Porsche. Seine Turbo-Karosserie, die Räder im Turbo-Look, die Bremsen und das Fahrwerk bieten in Kombination mit dem 3,6-Liter-Sechszylinder-Boxermotor des Carrera die ideale Balance für alle, die einen kraftvollen, analogen Sportwagen suchen, der sich dennoch für den gelegentlichen Alltagsgebrauch eignet. Doch für diejenigen, die mit dem Porsche Exclusive-Katalog der späten 1990er Jahre bestens vertraut waren, war der serienmäßige C4S nur der Anfang. Einige wenige hatten die Vision eines Modells, das die Karosserie des Turbo S in höchster Ausstattungsvariante mit einem 3,8-Liter-M64/21-Saugmotor im „Power Kit“-Konzept mit 300 PS kombinierte – mit derselben Leistung und demselben Hubraum wie beim Carrera RS –, wodurch ein Modell entstand, das man nur als den Carrera 4S „n-ter Potenz“ bezeichnen kann.
Dieser Carrera 4S wurde am 14. Juli 1997 bei Porsche in Zuffenhausen in nichtmetallischem Schwarz mit schwarzer Lederausstattung fertiggestellt und verfügt über beeindruckende 16 X-Code-Optionen, die auf dem Fahrzeugdatenaufkleber im Serviceheft aufgeführt sind – darunter nicht zuletzt die Front- und Heckspoiler des Aerokits I (XD1) und Aerokits II (XD2). In Kombination mit den Frontlufteinlässen (X78) und den hinteren seitlichen Lufteinlässen (X79) verfügt dieser Carrera 4S über alle wesentlichen Karosserieteile der Spitzenmodellvariante Turbo S. Angetrieben wird dieser virtuelle Turbo S-Look von einem 3,8-Liter-300-PS-X51-Leistungskit, das vielleicht am besten als Werks Leistung oder WLS bekannt ist. In der Tat schufen diese Optionen zusammen ein interessantes Kraftpaket, das in den USA nie erhältlich war.
Zu den weiteren speziellen X-Code-Optionen gehören Armaturenbrettverkleidungen aus Carbon, Schaltknauf und Handbremse aus Carbon/Aluminium/Leder, aluminiumlackierte Instrumentenanzeigen, Türschwellen und Endrohre aus Edelstahl sowie ein CD-Fach in der Mittelkonsole. Obwohl er heute nicht mehr so konfiguriert ist, war der C4S ursprünglich mit karosseriefarbenen Rädern und Radkappen ausgestattet, was ihm eine verlockende, geheimnisvolle Ausstrahlung verleiht – insbesondere für diejenigen, die ihn wieder in seinen Werkszustand zurückversetzen möchten. Der Rest der Optionsliste – insgesamt etwa 24 Positionen – ist in den internen Unterlagen von Porsche im Geschichtsordner dokumentiert.
Den Stempeln im Garantie- und Wartungsheft zufolge wurde der Carrera 4S zunächst auf den Namen des Porsche-Werks zugelassen – vermutlich wurde er für ein Porsche-Vorstandsmitglied gebaut. Sein Original-Fahrzeugbrief zeigt, dass das Auto mit Stuttgarter Kennzeichen zugelassen war, bevor es vom Eigentümer der Hansaspeed Spedition, einem Logistikunternehmen mit Sitz in Hamburg, erworben wurde. Das Serviceheft ist voll mit Stempeln des Porsche Zentrums Hamburg und später, nach einem Besitzerwechsel an Ernst-Joachim Kawallek im Dezember 2001, mit Wartungen, die im Porsche Zentrum Hannover durchgeführt wurden. Kawallek war offensichtlich ein hingebungsvoller Besitzer dieses seltenen und besonderen C4S und hielt ihn in den folgenden 16 Jahren in ausgezeichnetem Zustand, bevor er ihn an seinen nächsten Besitzer, Marco Rumph aus Zwickau, weitergab.
Ein Inspektionsheft von Classic-Analytics vom September 2017 verzeichnet nur 115.949 Kilometer (ca. 72.000 Meilen) und bewertet den Zustand als sehr gut mit geringfügigen Gebrauchsspuren. Unter Rumphs Obhut wurde der 3,8-Liter-Carrera 4S bei von Blittersdorff Sportwagenservice einem großen Service unterzogen, der neue Zündkerzen, einen Ölwechsel, eine Bremsflüssigkeitsspülung und neue Filter umfasste.
Im Jahr 2021 wurde der seltene C4S mit Turbo-S-Karosserie vom Einlieferer erworben, gelangte in die Vereinigten Staaten und wird nun mit 116.530 Kilometern (72.408 Meilen) zusammen mit seinem Serviceheft und den Wartungsunterlagen, Werkzeugen sowie dem Prüfbericht von 2017 angeboten. Dieser Carrera 4S, der von Porsche ab Neuzustand für den internen Gebrauch behalten und mit praktisch jeder erdenklichen Sonderausstattung konfiguriert wurde, ist in jeder Hinsicht eine Rarität. Er wird nun zum ersten Mal in den Vereinigten Staaten angeboten und wird von seinem X51-3,8-Liter-Motor mit matching numbers angetrieben, der bei seiner Markteinführung in den USA nicht erhältlich war. Damit ist er ein äußerst sammelwürdiger Ausdruck des luftgekühlten 911 mit Saugmotor in „höchster Vollendung“.