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Dein Porsche in 1:18 – Neunellymodels

21.05.2022 / Von Richard Lindhorst
Dein Porsche in 1:18 – Neunellymodels

Den eigenen Porsche detailgetreu in 1:18 auf dem Schreibtisch zu haben – eine ziemlich coole Vorstellung. Genau das bietet euch Kay Kosar von Neunellymodels. Kay baut Porsche Modellautos auf Kundenwunsch, originalgetreu und detailverliebt. Ich habe mich mit Kay im Rahmen der Techno Classica in Essen getroffen. Bei einem Spaziergang über die Messe verriet er mir, wie er dazu kam, täuschend echte Nachbauten von Zuffenhausener Sportwagen zu bauen. Überrascht war ich besonders darüber, welche Emotionen das bei den Auftraggebern hervorrufen kann.

Kay, der Firmenname Neunellymodels sagt schon aus, wo dein Fokus liegt. Aber was war der Trigger, der dich auf Porsche Modelle in 1:18 brachte?

Als Kind der 70er war der Porsche 930 Turbo natürlich DAS Auto für mich. Ich komme aus Hamm in Nordrhein -Westfalen. In der dortigen Kneipe, wo viel über Fußball geredet wurde, ließ sich auch ab und an ein gewisser Horst Hrubesch mal sehen. Und genau dieser Horst Hrubesch fuhr eines Tages mit einem Porsche 911 Turbo vor. Diese dicken Backen, der große Spoiler, Tacho bis 250… Es war sofort um mich geschehen. Ich wollte dann unbedingt auch irgendwann Porsche fahren.

Zum Modellbau habe ich dann über die klassischen Revell Bausätze gefunden. Dadurch habe ich meinen Zugang zu Autos deutlich vertieft. Ich begann zu verstehen, wie viele Komponenten zusammenkommen müssen, bis ein Auto fährt. Es war dann wohl folgerichtig, dass ich eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker machte. Während meiner Lehre bin ich dann auch das erste Mal Porsche gefahren. Mein damaliger Chef gab mir (zu dem Zeitpunkt gerade mal 17 Jahre alt) den Schlüssel und sagte, ich sollte den Wagen umparken. Natürlich kam ich kaum vom Fleck und würgte den Wagen nicht nur einmal ab. Da war das Ego des heranwachsenden Kay natürlich ein bisschen angeknackst (lacht).

Davon hast du dich aber schnell erholt, wie es scheint… Was bewegt dich heute?

Da hast du Recht, aber anfangs hat es mich sehr verunsichert. Jung und naiv hatte ich überhaupt keine Vorstellung davon, wie das Zusammenspiel zwischen, Kupplung, Getriebe und Motor harmonisch funktioniert und dachte, es wäre einfacher. Mittlerweile weiß ich, dass kein anderer Hersteller das Zusammenspiel dieser Komponenten so schön in Einklang bringt wie Porsche. Deshalb war mein Weg wohl etwas vorgezeichnet… Heute fahre ich einen dunkelblauen Porsche 964 Carrera 2 und einen schnellen 996 Turbo.

Wie kam dir die Idee, Porsche Modelle nach Wunsch zu bauen?

Die habe ich aus Spaß an der Freude für mich selbst gebaut. Und sie haben anderen Leuten auch gefallen! Zunächst habe ich dann für Freunde und Bekannte Modelle gebaut und Stück für Stück wurde es mehr. Vor allem Porsche 356, den ich übrigens stilistisch für eines der schönsten Autos überhaupt halte, habe ich viele gebaut. Diese Autos sind so wandelbar und zeitlos in ihrer Formensprache…

Wenn du im Leben etwas mit Herzblut anpackst, wird es meist auch gut. So war es offenbar auch bei meinen Modellen.

Kay Kosar, Neunellymodels

Ich glaube, wir hatten alle so ein Auto im Leben, wo wir sagen: „Hätte ich den mal nicht verkauft!“ oder „Das ist mein absolutes Traumauto“. Für Autofans, wie wir es sind, sind gerade Porsches viel mehr als ein Fortbewegungsmittel. Sie sind Freudenspender, mit denen wir unvergessliche Geschichten erleben. Und mittlerweile weiß ich, dass man mit detailgenauen Repliken davon fast die gleichen Emotionen hervorrufen kann. Dass ich hierin meine Passion ausleben und gleichzeitig wunderbare Kontakte zu Gleichgesinnten knüpfen kann, empfinde ich als großes Glück. Mittlerweile kommen die Anfragen aus der ganzen Welt an Neunellymodels und ich arbeite zum Beispiel mit AP Car Design aus Göttingen und einigen renommierten Rennfahrern zusammen.

Was für Reaktionen auf die Neunellymodels sind dir besonders im Gedächtnis geblieben?

Ich gebe dir ein Beispiel: Ein Kunde von mir hat sich den Nachbau seines Porsche 911 für die Rennstrecke gewünscht. Er hat mir eine ganze Menge Fotos mit dazu geschickt und so wusste ich schnell, wo die Reise hingehen soll. Mir fiel auf, dass auf einigen Bildern ein Paar Handschuhe auf dem Armaturenbrett lag. Also habe ich im Modell genau diese Handschuhe auch „auf das Armaturenbrett gelegt“. Als der Kunde das sah, rief er mich aufgebracht an und sagte, das könne ich doch nicht machen. Auf meine baffe Rückfrage sagte er, dass er diese Handschuhe anhatte, als er vor kurzem Bekanntschaft mit einer Leitplanke gemacht hat. Die Handschuhe nutzt er seitdem nicht mehr. Das habe ich natürlich nicht gewusst, aber der reine Anblick hat ihn alles nochmal durchleben lassen. Natürlich habe ich die Handschuhe (im Maßstab 1:18 sind diese 10 mm groß) dann ausgetauscht.

Aber auch im Alltäglichen gibt einem ein Porsche in 1:18 eine ganze Menge. Manchmal sogar mehr als das Original! Die meisten unter uns fahren ihren Porsche nicht jeden Tag, sondern haben ihn, zum Beispiel im Winter, lange in der Garage stehen. Sie sehen ihr eigenes Auto also nur recht selten. Habe ich jedoch mein eigenes Auto, originalgetreu nachgebildet, auf dem Schreibtisch stehen, kann ich ihn sogar bei der Arbeit bewundern. Ein Modellauto kann also für einen kurzen gedanklichen Urlaub, sozusagen eine Alltagsflucht in 1:18 sorgen. Sehr viel Spaß kommt natürlich noch dazu, wenn die Modelle dann in täuschend echt wirkende Dioramen positioniert werden und im Auge des Betrachters meistens die Frage aufwerfen: Ist das nun ein echtes Auto oder ist das tatsächlich ein Modellauto? Die meisten Dioramen baue ich selbst zusammen, immer dem gleichen Ziel: Es muss absolut real wirken!

Wie läuft denn der Bau eines Porsche Modellautos bei Neunellymodels genau ab?

Zunächst brauche ich eine genaue Zielsetzung. Basisfahrzeug, Farbwahl, Innenausstattung, Felgen und die kleinen Details. Je mehr Fotos dabei sind, desto besser. Es gibt natürlich auch Grenzen, aber es geht fast alles. Wenn du beispielsweise besondere Sticker auf dem Auto hast oder einen Dachgepäckträger mit Skiern ‚drauf, dann bespreche ich mit meinen Partnern die Machbarkeit. Auch der Motor kann detailgetreu nachgebildet werden. Wenn alles abgesprochen ist, wird das Fahrzeug in 100%-iger Handarbeit zusammengesetzt.

Und wo liegen die Grenzen des Machbaren?

Die versuche ich natürlich, so gut es geht weiter wegzuschieben. Es gab schon einige sehr kleinteilige Kundenwünsche. Eine große Herausforderung war zum Beispiel ein sehr spezieller Kofferraum mit zusätzlicher Tankanlage, bei dem wir einige Anläufe gebraucht haben, um z.B. die Ziernähte der Lederverkleidungen richtig zu treffen. Es war übrigens auch gar nicht leicht, ein gutes Netzwerk aufzubauen.

Neunellymodels Porsche Modellautos, Magnus Walker 277
Selbst Nachbauten von Magnus Walkers legendärer Nummer 277 sind möglich.

Die Lackierung eines so kleinen Autos ist zum Beispiel viel schwieriger als beim Original. Da braucht es Erfahrung und eine extrem ruhige Hand. Vor allem komplexere Designs mit sehr filigranen Streifen und Konturen sind ungemein schwierig umzusetzen. Je nach Umfang der Extrawünsche dauert der Bau selbst ein paar Wochen. Die Auftragsbücher sind aber ziemlich voll. Ein Jahr Vorlauf muss man daher schon einplanen.

Auch ein 1:18 Porsche kann Ersatzteile brauchen. Bekommt man die bei euch auch?

Das ist natürlich möglich. Wie in jeder guten Werkstatt haben wir auch in der 1:18 Werkstatt von Neunellymodels eine Menge auf Lager. Allerdings hat die Flut im Juli 2021 uns ziemlich hart getroffen. Die ganze Werkstatt war überschwemmt und damit auch das Lager. Nachdem das Wasser weg war, blieb der Schlamm. Etwa ein Drittel meines Teilevorrats war unwiederbringlich verloren. Sollte aber wirklich mal etwas kaputt gehen, werden wir dafür schon eine Lösung finden.

Wie seid ihr mit diesem Schicksalsschlag umgegangen?

Ich würde sagen, mit einer großen Portion Galgenhumor. Anfangs stehst du da natürlich vor einem riesigen Scherbenhaufen. Uns war allerdings sehr schnell klar, dass wir weitermachen werden. Deshalb haben wir sofort mit dem Aufräumen angefangen. So konnten wir in mühsamer Kleinarbeit die übrigen zwei Drittel des Bestands noch retten. Schon zwei Wochen nach der Katastrophe haben wir den Betrieb wiederaufgenommen. Auch dank der wirklich unfassbaren Hilfsbereitschaft aus der Community. Es ist gut zu wissen, dass wir Porschefans zueinander halten, wenn es mal eng wird. Mittlerweile sind fast alle Schäden wieder beseitigt.

Kay, eine traditionelle letzte Frage habe ich noch: Welcher ist dein Traumporsche?

Wenn Geld gar keine Rolle spielen würde, wäre das ein luftgekühlter Turbo, sicherlich ein Porsche 964, als Speedster, trotzdem mit Käfig, sehr Trackday tauglich, in Polar Silber, mit richtig viel Leistung. Sagen wir mal 500 PS plus. Ein luftgekühlter Porsche, der von 0 – 200 km/h in unter 10 Sekunden beschleunigt und der in Hockenheim „offen“ eine Rundenzeit unter 1:59:00 schafft, das wäre schon ein absoluter Traum für mich… in 1:18 ist er übrigens schon gebaut!

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