Der Porsche 911 SC  – Der vermeintlich „letzte“ 911er

Der Porsche 911 SC – Der vermeintlich „letzte“ 911er

11.09.2018 / Von Markus Klimesch

Sollte der Porsche 911 SC der letzte gebaute Elfer werden?

Wir schreiben das Jahr 1977 und der Elfer hatte mittlerweile mit dem 924 und dem 928 Sportwagen-Konkurrenz im eigenen Haus. Aus diesem Grund wollte man die Modellpallette straffen und es gab ab sofort nur mehr den 911 SC und den aufgewerteten 911 Turbo. Porsche spielte mit dem Gedanken, den Porsche 911 langsam auslaufen zu lassen. Sein Nachruf war quasi schon verfasst und die Erbfolge war geregelt. Der Gran Turismo 928 mit seinem V8 Motor und der Transaxle Bauweise sollte sein offizieller Nachfolger werden. Trotz des Titels „Auto des Jahres 1978“ konnte der 928 mit den Verkaufszahlen des Porsche 911 SC aber einfach nicht mithalten.

Porsche 911 SC

Der Elfer war also weiterhin das Zugpferd in der Modellpallette von Porsche. Die Modellbezeichnung „SC“, also Super Carrera, leitete Porsche aus den Bedeutungen „Super“ der Vorgänger 911 S und dem 3.0 Carrera ab. Viele Liebhaber erinnerten sich, dass auch der letzte Porsche 356 die Modellbezeichnung „SC“ trug und man ahnte Schlimmes. Doch es kam anders und der Elfer lebte und war getrieben von tollen Verkaufszahlen am Weg zur Ikone. Denn im Vergleich zu anderen Automarken hatte der 911 seinen Lebenszyklus eigentlich längst überschritten.

Der Porsche 911 SC Motor besitzt wie auch sein Vorgänger 911 Carrera weiterhin drei Liter Hubraum,wurde allerdings leistungsmäßig um 10 Prozent abgeschwächt, dafür wurde das Drehmoment leicht erhöht. 180 PS liefert der SC bei 5500/min und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 225 km/h. Der SC beschleunigt somit von 0 auf 100 in 7 Sekunden. Der Motor verfügt wie schon der Vorgänger 911 S die bewährte mechanische K-Jetronic Einspritzanlage von Bosch. Die Siebziger Jahre waren geprägt durch die Ölkrise und diese führte zu stark unterschiedlichen Abgasgesetzen in den Exportländern. Aus diesem Grund musste Porsche sechs verschiedene SC-Triebwerke bauen. Alle hatten sie jedoch 180 PS. Der SC nahm Abschied vom Vierganggetriebe und kehrte zu zeitgemäßen fünf Gängen zurück. Gegen Aufpreis gab es auch die Dreigang-Sportomatic.

Porsche 911 SC

Die Karosserieform wurde vom Carrera 3.0 übernommen, also mit dem breiteren Kotflügelformat. Gegen Aufpreis war somit Platz für 205/55 bzw. 225/50 Bereifung auf Fuchsfelgen. Die frühen SC-Modelle vom Jahr 1978 gab es noch mit verchromten Scheibenrahmen und Türgriffen. Danach wurden diese Teile schwarz eloxiert und die äußeren Scheinwerferringe in Wagenfarbe lackiert. Ein erstes leichtes Leistungs-Upgrade auf 188 PS gab es im Jahr 1980 und dann nochmals im Jahr 1981 auf nun 204 PS.

Porsche 911 SC

Die Mehrleistung generierte Motoren-Chef Hans Mezger und sein Team durch eine veränderte Verdichtung und durch neun Zündzeitpunkte. Porsche entwickelte sich immer weiter und neue Erkenntnisse führten dadurch zu Anpassungen an den Motoren. Zu beachten gilt es, dass bei den US-Modellen vom 911 SC die Leistung über den gesamten Modellzyklus unverändert blieb und die Motoren durch die strengen Abgasvorschriften bereits ab 1978 mit einem 2-Wege-Kat ausgerüstet wurden.

Das Cabrio feiert ein Comeback

Der Porsche 911 SC verkaufte sich prächtig und der „Abgeschobene“ erwachte plötzlich aus dem Marketing-Koma. Im Jahr 1982 überraschte Porsche mit einem großartigen Comeback. Nach fast 20 Jahren Abstinenz produzierte Porsche wieder ein echtes Cabriolet. Die Fachpresse war begeistert und Porsche erkannte, welch großes Potential im 911er immer noch steckte. „Warum soll es Porsche anderen überlassen, Dächer abzusägen und ein Verdeck zu installieren?“, fragte Chronist Reinhard Seiffert im hauseigenen Porsche-Magazin Christophorus. Unter dem Projektnamen „Roadster“ entwickelt, ergänzte das neue 911 SC Cabrio ab sofort neben Coupé und Targa das Modellprogramm. Porsche hatte mit dem offenen Elfer nicht nur einen großen Verkaufserfolg, sondern auch ein Zeichen gesetzt: Das Cabriolet war das Versprechen an die Enthusiasten, den 911er nicht sterben zu lassen.

Warum soll es Porsche anderen überlassen, Dächer abzusägen und ein Verdeck zu installieren? Christophorus Chronist Reinhard Seiffert

Porsche 911 SC

Für den geltungsbewussten Elfer-Fahrer gab es ab Modelljahr 82/83 eine besondere Option. Den Turbo-Spoiler. Ganz nach dem Motto „Pimp my Ride“ gab es gegen Aufpreis das prestigeträchtige Ding in leicht abgeänderter Version. Wie viele andere Elfer auch, kann der „Super Carrera“ also eine besondere Geschichte erzählen. Ursprünglich als Auslaufmodell vorgesehen entpuppte sich der 911 SC als richtungsweisend für die Zukunft einer damals noch jungen Ikone. Bis heute blieb uns der „Mythos 911“ erhalten und der SC lieferte dazu einen wichtigen Beitrag.

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Aus heutiger Sicht ist der Porsche 911 SC ein interessanter Klassiker und hinterlässt im Vergleich zu anderen G-Modellen einen äußerst ausgewogenen Eindruck. Das durchzugsstarke Dreiliter-Triebwerk und die Haltbarkeit kombiniert mit dem durch die üppigere Bereifung verbesserten Fahrverhalten, garantieren ein Elfer-Feeling in seiner reinsten Form.

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Porsche 911 SC Porsche 911 SC

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Porsche 

 

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