Porsche Black Edition – Nur Ausstattungspaket oder Geheimtipp für Sammler?
15.01.2026Von Richard Lindhorst
Porsche Sportwagen mit limitierter Stückzahl sind immer etwas Besonderes. Nicht nur für Sammler, sondern auch beherzte Fahrer, die sich gern am Steuer eines exklusiven Modells wissen wollen. Doch im Meer der nummerierten Porsches kann man auch schnell den Überblick verlieren. Vor allem dann, wenn eine Bezeichnung mal für ein Sondermodell und mal „nur“ für eine Ausstattungsvariante steht. Das ist nämlich bei den Porsche Black Edition Modellen der Fall. Wir helfen euch durchs Dickicht der Porsche Nomenklatur und zeigen euch, welche Black Editions wirklich limitiert sind und welche nicht.
987 mal „Triple Black“ – Der Porsche 987 Boxster S Black Edition macht 2011 den Anfang
Der Porsche 987 Boxster S Black Edition kam im März. 2011 auf den Markt. Das auf 987 Stück limitierte Modell war – wie der Name vermuten lässt – ganz in schwarz gehalten. Die genaue Farbbezeichnung war eingängig: Schwarz. Doch nicht nur der Lack selbst war schwarz, auch die 19 Zoll Räder im Boxster Spyder Design. Auch Überrollbügel, Modellschriftzug, Auspuff-Endrohre und seitliche Lufteinlässe waren schwarz. Als weiteres Erkennungsmerkmal prägten die Stuttgarter „Black Edition“ seitlich in die Verdeckhaut.
Um den exklusiven Mittelmotor-Roadster auch innen als Black Edition zu kennzeichnen, begrüßten einen bereits die Einstiegsleisten mit dem schwarzen Black Edition Schriftzug standesgemäß. Wie das Exterieur ist auch innen nahezu alles in schwarz gehalten. Sitze mit geprägtem Porsche-Wappen auf der Kopfstütze, Sport-Design-Lenkrad, Schalthebeleinfassung und sogar die Zifferblätter spiegelten die Außenfarbe wider. Auf dem Handschuhfach thronte dann die Limitierungsplakette mit der entsprechenden Produktionsnummer.
Mehr Ausstattung, mehr Leistung, mehr Fahrspaß
Doch der Porsche Boxster S Black Edition hatte auch technisch einiges zu bieten. Denn Porsche ging beim schwarzen Boxster ähnlich vor, wie beim Porsche 997.2 Carrera GTS. Es handelte sich sozusagen um ein ausgeprochen umfangreich ausgestattetes Fahrzeug mit zahlreichen Paketen, dessen Preis unter einem vergleichbar ausgestatteten Boxster S lag.
Während der Boxster S serienmäßig 61.800 Euro kostete, gab es die Black Edition für 63.400 Euro – inklusive der Ausstattungspakete Infotainment, Komfort und Design. Also waren beispielsweise PCM-Navigation, Kurvenlicht, Regensensor und Sound Package Plus immer mit an Bord. Porsche Ceramic Composite Brakes (PCCB), Porsche Active Suspension Management (PASM) und adaptive Sportsitze waren optional. Das Fahrerlebnis war somit die absolute Referenz in der Kategorie zweisitziger Roadster.
Das Fahrerlebnis war somit die absolute Referenz in der Kategorie zweisitziger Roadster.
Durch die Prägung auf der Dachhaut lässt sich von außen sofort erkennen, ob es sich wirklich um einen der 987 Porsche Boxster S Black Edition handelt.
Doch damit nicht genug! Auch motorseitig gab es noch etwas on top. Im Porsche Boxster S Black Edition kam nämlich der gleiche Motor vom Typ MA1.21C zum Einsatz, wie im Boxster Spyder. Das bedeutete 320 statt 310 PS, 5,1 statt 5,2 Sekunden auf 100 km/h und ganze zwei km/h mehr Höchstgeschwindigkeit – 276 km/h mit Schaltgetriebe und 274 km/h mit PDK. Gemessen an den Extras und der Exklusivität war der Aufpreis von 1.600 Euro für die erste Black Edition aus Zuffenhausen leicht zu verschmerzen.
Es folgt der Porsche 997.2 Black Edition
Quasi zeitgleich, nämlich einen Monat später, kam auch der Porsche 911 Black Edition auf den Markt. Er basiert technisch auf dem regulären 911 Carrera 2 mit 3,6 Liter Boxermotor und 345 PS. Allradantrieb war nicht erhältlich. Im Gegensatz zum ausschließlich in schwarz uni ausgelieferten Boxster gab es ihn sowohl im beliebten uni-Farbton, als auch in Basaltschwarzmetallic. Außerdem hatten Kunden die Wahl zwischen Coupé und Cabriolet sowie 6-Gang Schaltgetriebe und 7-Gang PDK. Die Limitierung belief sich auf insgesamt 1.911 Exemplare.
Serienmäßig erhielt der 911 Black Edition die 19 Zoll großen 911 Turbo II-Räder in Bi-Color-Ausführung und schwarze Bremssättel. Die PCCB-Bremsen waren ebenso optional wie das PASM-Fahrwerk, oder das dem Coupé vorbehaltene PASM-Sportfahrwerk inklusive mechanischem Sperrdifferenzial. Dafür gab es allerdings ein Bose-Surround-System, das PCM-Navigationsgerät, den Parkassistent und einen Tempomat in allen Porsche 997.2 Black Edition.
Im Innenraum setzte Porsche auf ähnliche Details wie im Boxster S Black Edition. Einstiegsleisten mit Black Edition Schriftzug, Sport-Design-Lenkrad, schwarze Tachoscheiben und Limitierungsplakette auf dem Handschuhfach waren Standard. Anders als im Boxster waren jedoch die Zierleistungen und Einfassungen von Navi und Schaltknauf in silber für etwas mehr Kontrast im Innenraum. Sportsitze gab es nur gegen Aufpreis.
Die Entscheidung Porsches, einen Basis-Carrera mit ein paar Optionen als limitiertes Sondermodell auf den Markt zu bringen, scheint auf den ersten Blick verwunderlich. Zumal auch der Basispreis von gut 85.500 Euro dem eines 911 Carrera entsprach. Doch beim Blick auf die Zeitleiste scheint ein Motiv gewesen zu sein, ein letztes Mal die Produktion des 911 anzukurbeln, bevor die Nachfolgegeneration 911 in die Porsche Zentren kam. So gab es ein echtes, limitiertes Sondermodell mit exklusiven Details für den Preis eines 911 Carrera.
Der seltenste „all-black“ Porsche war der 987 Cayman S Black Edition
Aller guten Dinge sind drei, dachte man sich wohl 2011 bei Porsche. Denn Ab Juli gab es mit dem Porsche 987 Cayman S Black Edition die dritte limitierte Sonderauflage eines „Auslaufmodells“. Sie wird oftmals sogar als spannendste der dreien genannt – und das nicht ohne Grund. Denn der Antriebsstrang entspringt dem bis dahin schärfsten Krokodil, dem Cayman R. Technisch unterscheiden sie sich in vielen Details, wodurch der Abstand zum R gewahrt blieb, doch viel fehlt dem Porsche 987 Cayman S Black Edition nicht.
Die Serienausstattung war – wie schon beim Boxster S Black Edition – üppig. Schwarze Instrumente und Black Edition Einstiegsleisten, Kopfstützen mit Prägewappen, PCM und Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlicht waren ebenso Standard. Auch der Cayman stand auf 19 Zoll Rädern im Boxster Spyder Design. Die Limitierungsplakette gibt jedoch Aufschluss darüber, dass der Cayman das nochmal exklusivere Fahrzeug war. Nur 500 Stück wurden insgesamt produziert.
Für viele gilt der Porsche Cayman S Black Edition als der absolute Sweet Spot der gesamten Baureihe 987. Mit noch heute beispielgebendem Handling und fantastischem Lenkgefühl glänzt er auf kurvigen Landstraßen kaum weniger als der Cayman R. Auch wenn dieser das nochmals sportlichere Fahrwerkssetup vorzuweisen hatte. Doch die Unterschiede sind marginal und das Geräuschniveau im Black Edition eine Nuance ziviler. Das macht den Cayman S Black Edition neben seiner Position als seltenste Black Edition vielleicht sogar zum spannendsten der drei Sondermodelle.
2015 folgten die letzten Black Edition Porsches in Form des 991 Carrera, sowie 981 Boxster und Cayman, doch diesmal ohne Limitierung
Vier Jahre später griff Porsche das Konzept der Black Editions nochmals auf. Wieder gab es drei Modelle, diesmal zeitgleich 981 Boxster und 911.1 Carrera Black Edition, vier Monate später dann noch den 981 Cayman Black Edition. Sie waren abermals sehr gut ausgestattete Modelle mit Sport-Design-Lenkrad und 20 Zoll Rädern. Im Fall des 991 Carrera Black Edition bedeutete das Turbo-Räder, bei den 981-Derivaten Carrera-Classic Räder. Den Porsche 991 Carrera Black Edition gab es zudem mit Heck- und Allradantrieb.
Das Rezept, ein Basismodell zum Sondermodell zu machen, übernahm Porsche beim 911 und übertrug es auch auf Boxster und Cayman. Die neuen drei Black Editions waren daher allesamt „nur“ mit dem kleinsten Motor der jeweiligen Baureihe versehen – 350 PS im 911, 265 bzw. 275 PS im Boxster und Cayman. Auch die Sonderausstattungen wurden nicht mehr im gleichen Maße subventioniert, wie noch 2011. Beim 981 mussten Kunden über 8.000 Euro Aufpreis für einen Boxster oder Cayman Black Edition zahlen. Der Aufpreis beim Porsche 911 Carrera war zwar nicht ganz so happig, aber betrug immer noch 4.600 Euro.
Dass diese Neuerung nicht für Freudenstürme in der Porsche-Welt verantwortlich war, verwundert aus heutiger Sicht nicht. Zumal die neuen Porsche Black Editions auch nicht limitiert wurden. Die Nachfrage war eher überschaubar. Genaue Zahlen lassen sich nur schätzen, doch einigen Quellen zufolge soll es in den USA insgesamt nur 265 Cayman Black Edition der Generation 981 verkauft worden sein. Sollte dieser Wert stimmen, könnte 981 Cayman Black Edition sogar seltener sein als sein limitierter Vorgänger. Das dürfte möglicherweise auch für die beiden anderen Black Editions Jahrgang 2015 gelten.
Naturgemäß wenig Angebot, aber sehr unterschiedliche Positionierungen am Markt
Dass so seltene Fahrzeuge auch nur selten zum Verkauf angeboten werden, dürfte nur die wenigsten überraschen. Interessant sind grundsätzlich alle Porsche mit dem Label Black Edition. Denn selbst die nicht in limitierter Auflage produzierten Modelle sind selten – vielleicht sogar seltener als die limitierten. Die Preisunterschiede der Porsche Black Edition Sondermodelle zu ihren Basismodellen sind allerdings recht unterschiedlich.
Während die Aufpreise für 991 oder 981 Black Editions verhältnismäßig gering ausfallen, sind Porsche 987 Black Editions, also die limitierten Boxster und Cayman, teilweise mehrere zehntausend Euro teuer als ihre „normalen“ Geschwister. Sie haben Alleinstellungsmerkmale – wenn auch sehr kleine – und sind streng limitiert. Beide liegen fahrerisch und folgerichtig auch preislich sehr nah am Cayman R und können mit Fug und Recht als Porsche für wahre Kenner bezeichnet werden.
Der Porsche 997.2 Black Edition hat noch den kleinen Bonus der Limitierung. Davon abgesehen, bietet er weniger Alleinstellungsmerkmale als Boxster und Cayman und dürfte wohl am ehesten für diejenigen interessant sein, die ohnehin nach einem schwarzen Porsche 997.2 Carrera suchen. Denn mit einem der meist sehr reichhaltig ausgestatteten Black Editions dürften die meisten Interessenten gut bedient sein. Die selbe Logik trifft auch auf die 981 Black Editions zu.
Stand 2026 gibt es keine Porsche Black Edition mehr. 2022 wurde zwar gemunkelt, dass 718 Boxster und Cayman abermals eine Black Edition erhalten würden, doch daraus wurde nichts. Stattdessen führten die Zuffenhausener die sogenannte Style Edition für Boxster und Cayman der Baureihe 982 ein. Und so bleibt es bei insgesamt sechs Porsche-Modellen unter dem Black Edition Label.
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