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Techno Classica Essen 2022 – Bunt ist das neue Schwarz

29.03.2022 / Von Richard Lindhorst
Techno Classica Essen 2022 – Bunt ist das neue Schwarz

Die zweite Episode unserer diesjährigen Messetour führt uns zur Techno Classica in Essen. Seit 1989 trifft sich hier jedes Jahr das Who is Who der Klassiker-Fachwelt. Die Techno Classica markiert damit den traditionellen Saisonstart im deutschsprachigen Raum. Bei der diesjährigen Ausgabe war überraschenderweise kein einziger Hersteller mit einem eigenen Stand vertreten. Aber – das kann ich an dieser Stelle vorwegnehmen – das war nicht wirklich schlimm.

Totgesagte leben länger – die Messe ist noch lange kein Auslaufmodell

Entgegen dem gern proklamierten Abgesang der Automessen war die Techno Classica gut besucht, teils sogar dicht gedrängt. Klar, in der Vergangenheit war es auch mal voller, aber auch 2022er Ausgabe zog Jung und Alt zweifelsfrei in ihren Bann. Statt pompöser Herstellerauftritte gab es große Stände von Mercedes Spezialisten, dem Designstudio Zagato oder dem Auktionshaus RM Sotheby’s. Außerdem hielten viele Clubs die Fahnen ihrer Lieblingshersteller hoch. Über 150.000 Besucher aus 46 Nationen wurden vom Veranstalter gezählt. Diese konnten insgesamt 2.700 Autos bewundern, 1.800 davon standen zum Verkauf.

Doch auch wir Porschefans kamen in Essen auf unsere Kosten. Unsere Partner Early 911S und Dr. Georg Konradsheim ließen sich beileibe nicht lumpen und stellten derart viele hochkarätige Fahrzeuge aus, dass einem bald schwindlig wurde. Von 356 Speedster über 911 Carrera RS 2.7, 964 Carrera RS, bis hin zu 993 Turbo und 996.2 GT3 blieben keine Wünsche offen. Allein die Farbvielfalt war phänomenal. „Blau und Grün sind derzeit am gefragtesten“, weiß Manfred Hering von Early 911S. Auf dem Stand von Dr. Georg Konradsheim standen allein drei Porsche 911 Carrera RS 2.7. Aus diesen stach der Gulf Orange RS 2.7 allerdings nochmal hervor. „Dieses Auto war über 45 Jahre in einer Hand“, berichtete Tobias Schwarz.

Die Techno Classica bot 2022 sehr wenig Motorsport

Es mag sein, dass wir von anderen Messen, wie zum Beispiel dem Salon Retromobile, durchaus verwöhnt sind. Doch auch auf der Techno Classica standen schon mal mehr Rennwagen. Es war zwar ein Porsche 917, ein 956 und auch 935 in den Hallen aufzustöbern, außerdem hier und da noch ein ausgedienter Cup Porsche, aber das war es auch – zumindest für Porschefans. Klar, wir verschweigen nicht, dass auch drei ausgediente Formel 1 Renner und ein paar Tourenwagen den Weg nach Essen fanden, aber ein klein wenig mehr hatten wir uns schon erhofft.

Ehrlicherweise ist die Techno Classica aber seit jeher schon mehr eine Verkaufsmesse für Klassiker gewesen. Und im Tagesverlauf ließen sich auch immer mehr „Leider verkauft“ Schildchen in den Windschutzscheiben finden. Auch Lektüre und Ersatzteile gab es in rauen Mengen. Wer zum Beispiel die verlorengegangen Bedienungsanleitung seines Porsche 928 S nachkaufen möchte, oder die Dokumentation um eine Blaupunkt Radio Hamburg Anleitung ergänzen will, ist hier gut aufgehoben.

Das Triebwerk hielt die Restmod-Fahne in Essen hoch

Aus dem Kreise der Restomodder/Backdater war 2022 nur Das Triebwerk vertreten. Dafür war das Interesse an den Fahrzeugen und Teilen aus Schwelm hoch. Vor allem die eigens entwickelten Abgas- und Einzeldrosselklappenanlagen hatten es den Besuchern angetan. Christian Wilms vom Triebwerk hatte nach drei Messetagen schon ein wenig mit seiner Stimme zu kämpfen. Neben dem bildhübschen dtw F350 Backdate auf Porsche 964 Basis hatte die Mannschaft von Stephan Rohleder noch ein besonderes Schmankerl dabei. So gab es einen in Restauration befindlichen Porsche 906 am Stand zu bestaunen.

So gesehen gab es auf der 2022er Ausgabe der Techno Classica in Essen für die absoluten Insider wenig Neuigkeiten. Sehr interessant ist aber der Unterschied der Kulturen. Das äußert sich gar nicht so sehr in den Gesprächen mit den Ausstellern, sondern vielmehr im Fahrzeugzustand. Beim deutschen Automesseauftakt war der (optische) Pflegezustand der feilgebotenen Fahrzeuge deutlich polierter als beim französischen Pendant.

Nach der Techno Classica ist vor der Retro Classics

Das Fahrzeugangebot über die gesamte Messe hinweg war nahezu identisch mit dem der letzten Ausgabe 2019. Trotz Corona strömten durchschnittlich 30.000 Besucher pro Tag auf die Techno Classica 2022. Die Nachfrage nach klassischen Porsche Sportwagen ist dabei trotz der politischen Großwetterlage weiterhin ungebrochen. Vor allem aufregende Farben sind gefragt. Blau, rot, gelb, orange, je greller, desto besser. Diesen Trend sieht man auch bei Neufahrzeugen. Deshalb bietet Porsche mit dem Paint to Sample Programm wieder mehr klassische Farben an.

Als nächster Fixpunkt im Messekalender wartet nunmehr die Retro Classics in Stuttgart auf dem Programm. Die „Messe für Fahrkultur“ öffnet am 21.04.2022 und geht bis 24.04.2022. Wer lieber zur nächsten Ausgabe der Techno Classica kommen möchte, kann auch Kalender zücken. Ungewohnt spät, vom 12. bis 16.04.2023 findet die Klassikermesse in Essen statt.

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