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Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren

04.04.2020 / Von Markus Klimesch

Als wir 2017 mit Elferspot.com an den Start gingen, war die Geschichte über Bill Haleen und seinen sehr speziellen Porsche 996 Carrera 4S eine unserer ersten Stories. Knapp drei Jahre später bekamen wir heraus, dass Mark Micire das Auto vor einiger Zeit gekauft hatte. Die Geschichte über diesen ungewöhnlichen Porsche 996 erhielt also eine neue Wendung. Wir trafen Mark und plauderten über seine Geschichte.

Danke Mark, dass du dir die Zeit für uns nimmst, um über deine außergewöhnlichen Porsche Abenteuer zu sprechen. Zuerst: Wer bist du? 

Schmeiß‘ einen Teil Computernerd und einen Teil Autofreak zusamen mit einem Spritzer geduldiger Sturheit und du hast die Formel zu meiner Persönlichkeit beisammen. An den Wochenenden bin ich meist vertieft in irgendwas mit Autos – Lesen, Fotos anschauen, Fotos machen, mit Freunden über Autos reden… Es ist ein „Problem“, aber ich kann mir schädlichere Laster vorstellen.

Ich versuche immer nach meinem Mantra zu leben: „Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.“ Bislang konnte ich das auch umsetzen und habe einige spaßige Autos gehabt. Mein letzter Kauf ist ein geschmackvoll modifizierter Porsche 996 Carrera 4S aus 2004. Ich hatte nie ein fahrktiveres und vielseitigeres Auto. In jeder Kurve spürt man Porsches Rennerfahrung. Es fühlt sich unglaublich an, eines meiner absoluten Traumautos gefunden zu haben.

Porsche 996 Elferspot Magazine

© Mark Micire & Gene Pascua

Hast du den 996 Carrera 4S direkt von Bill gekauft? Wie kamst du daran und warum genau diesen Wagen?

Mitte 2016 besaß ich ein BMW Z3 M Coupe, den sogenannten Clownschuh und war auf der Suche nach einem passenden Dachgepäckträger. Das war problematisch wegen der schmalen und kurvigen Dachlinie. Nach einigen Abenden exzessiver Google-Suche fand ich einen Blog, in dem euer Artikel über Bills 996 verlinkt war. Ich erinnere mich noch genau. Damals dachte ich: „Verdammt, ist das ein schönes Auto!“

Ich schrieb Bill direkt an und sagte: „Du weißt, ich will ihn. Sag mir deinen Preis. Ich werde ihn zahlen.“

Spulen wir nun etwa zwei Jahre vor. Ich liebte den Clownschuh und fragte Bill, ob wir nicht ein Fotoshooting machen wollen. Das Shooting und die Fotos davon waren phänomenal. Das Problem war, dass ich den „Rebelrook911“ nun auch in natura bestaunen konnte. Ich war völlig verknallt. Dass der Porsche schön war, wusste ich schon anhand seiner Fotos. In der Realität war es nochmal ein anderes Level. Beim anschließenden Tacoessen fragte ich Bill, ob ich das Vorkaufsrecht bekommen könnte, wenn er den Wagen je verkaufen will. Er gestand es mir mit einem Lächeln zu.

Ein halbes Jahr später schrieb mir meine Frau eine Nachricht: „Bill hat seinen Porsche bei Instagram zum Verkauf angeboten!“ Ich schrieb Bill direkt an und sagte „Du weißt, ich will ihn. Sag mir deinen Preis. Ich werde ihn zahlen.“ Wir einigten uns , sodass ich ein paar Wochen später nach San Diego flog, um meinen Jackpot einzulösen. Der fantastische Look geht natürlich voll auf Bills Kappe und ist der Hauptgrund, weshalb ich den Wagen wollte. Die Präsenz, die Felgen, glanzschwarz mit schwarz matten Aufklebern, Dachgepäckträger… Die Liste kannst du beliebig fortsetzen.

Das Auto ist aus 50 Metern genauso schön anzusehen, wie einen halben Meter davor. So ziemlich jedes Licht an dem Auto ist abgedunkelt. Die matten Rennstreifen sind eine Ode an Porsches Rennsportgeschichte. Gleichzeitig wirkt das Auto nicht aufdringlich und immer noch stilvoll. Ich habe das Auto mittlerweile über ein Jahr und finde immer noch folierte Teile, die ich vorher nicht als solche wahrgenommen hatte. Bill war absolut detailversessen und das Resultat ist grandios.

© Brandon Haley

Wie kam es zu deiner Leidenschaft für Porsche?

Ich erinnere mich daran, wie ich als Fünfjähriger ein schwarzes 1981er Porsche 911 SC Coupe im Lagerhaus meines Vaters nach dem Kindergarten sah. Ein Geschäftsmann aus der Nachbarschaft hatte ihn gerade vom Händler abgeholt. Ich war von den Linien und Kurven so begeistert, es war vollkommen anders als alle Autos, die ich vorher gesehen hatte. Die Scheinwerfer, die Kotflügel, der Heckflügel – das Auto war magisch für mich!

Während meiner Teenager-Jahre, fuhr ich mit meinem Vater im Spring Break zu den 12h von Sebring. Mein Vater arbeitete für Anheuser Busch und koordinierte Bierlieferungen für das Rennen auf freiwilliger Basis. Im Gegenzug erhielt er VIP Pässe für Paddock und Boxengasse. Das war Anfang der 90er, da waren IMSA und GT-Sportwagen auf ihrem absoluten Höhepunkt. Ich kann mich immer noch genau an die anderen Autos, den Lärm, und den Geruch von Sprit und heißen Reifen erinnern…

Mein Vater war Streckenposten in den 70ern, also kannte er die Strecke wie seine Westentasche und war ein toller Mentor.

Mein Vater saß immer geduldig mit mir dort und erklärte, warum die größeren Autos einen Vorteil auf den Geraden hatten. Doch dann sagte er: „Schau auf die Porsches, wenn es in die Kurven geht. Siehst du, sie müssen erst im allerletzten Moment bremsen. Wer kommt wohl als Erstes aus der Haarnadel?“ Diese viel kleineren und agileren Autos terrorisierten die Konkurrenz auf der Strecke mit einer vollkommen anderen Herangehensweise. Mein Vater war Streckenposten in den 70ern, also kannte er die Strecke wie seine Westentasche und war ein toller Mentor. Leider starb er vor ein paar Jahren, aber er würde stolz sein, wenn er wüsste, dass ich eines unserer Traumautos nun täglich fahre.

Porsche 996 roof tent

© Mark Micire

Was war deine spannendste Erfahrung mit dem 996 bislang?

Das waren zwei Momente, um ehrlich zu sein. Anfang letzten Jahres fuhr ich einige Stunden zu einem stillgelegten Flugplatz in einem Tal in Kalifornien. Es war noch dunkel als ich auf die Runway fuhr, plötzlich zog dichter Nebel auf. Als die Sonne aufging, realisierte ich erst die gigantischen Ausmaße diesen leeren Flugplatzes. Um mich herum die kilometerlange Runway, breiter als ein sechsspuriger Highway! Die Atmosphäre war vollkommen surreal. Das war sehr früh in meiner fotografischen Lernphase, also wusste ich nicht genau, was ich da eigentlich tat. Trotzdem war es eine einmalige Gelegenheit für ein Fotoshooting und ich machte fast fünf Stunden am Stück Bilder. Einige tausend Bilder später wusste ich allerdings, dass ich etwas sehr spezielles aufgenommen hatte. Ich zähle das immer noch als einen der schönsten Tage meines Lebens mit dem schönsten Fahrzeug, dass ich je besitzen werde.

Ich zähle das immer noch als einen der schönsten Tage meines Lebens mit dem schönsten Fahrzeug, dass ich je besitzen werde.

Die zweite Geschichte entstand bei einem Besuch der Familie meiner Frau. Wir fuhren quer durchs Land von Kalifornien nach Michigan. Nach einer atemberaubenden Fahrt durch die Rocky Mountains lag noch ein langes Stück Highway 50 vor uns – Amerikas einsamste Straße. Lang, gerade, ohne etwas drumherum. Halb im Scherz sagte ich zu meiner Frau: „Cannonball Run für den Rest des Weges?“ Zu meiner Überraschung, stimmte sie zu. Wir schafften es von Grand Junction in Colorado bis Santa Cruz in Kalifornien binnen 13 Stunden, einschließlich Tankstopps und Mahlzeiten. Die Durchschnittsgeschwindigkeit kann sich jeder selbst ausrechnen… Was ich allerdings sagen kann: Das Auto war unheimlich schnell, fühlte sich unheimlich solide an und übertraf alle meine Erwartungen.

© Mark Micire & Bill Haleen

Was für Modifikationen hast du an deinem 996 C4S vorgenommen?

Ich hatte die Gelegenheit, mit Brock Keen von @996roadtrip ein Fotoshooting zu machen und wir entschieden uns, ein bisschen Blödsinn zu machen. Also baute ich ein paar Rally Leuchtbänder an, schmiss Koffer und eine große CB-Funkantenne auf’s Dach, um einen Kontrast zu seinem Yakima Dachzelt zu bilden. Brock, Brandon Haley und ich fuhren zu dem stillgelegten Flughafen und hatten einen Heidenspaß beim Campen. Wir erzählten Stunden über Autos, lieferten uns kleine Rennen entlang der Runway und fotografierten die Porsche 996-Zwillinge. Die Antenne und das Gerümpel sind mittlerweile wieder vom Dach, aber das Lichtband werde ich wohl dran lassen. Ich lebe in den Bergen und mit all den Tieren entlang der Straße ist ein gutes Licht überlebenswichtig. Diese Baja-inspirierten Leuchten sind extrem hell, deshalb werde ich sie ein klein wenig tönen, um nicht jeden zu blenden und damit alles zum Dachgepäckträger passt, wenn die Lichter aus sind. Da der C4S im Gegensatz zum Turbo keinen Kühler im mittleren Schlund hat, kann man hier perfekt Zusatzscheinwerfer einbauen.

Ich bin Roboteringenieur und Computerfreak, also ist das nächste Projekt die Installation von CAN Bus, um Motor- und Leistungsdaten aufzuzeichnen.

Ich bin Roboteringenieur und Computerfreak, also ist das nächste Projekt die Installation von CAN Bus, um Motor- und Leistungsdaten aufzuzeichnen. Für ein anderthalb Jahrzehnte altes Auto ist der 996 fast schon beängstigend clever. Ich möchte allerdings noch modernere Technik mit dem Traditionellen verbinden, um den Wagen möglichst für immer zu fahren.

© Mark Micire

Auf Instagram beschreibst du dich als Typ mit einer unheilbaren Obsession für Autos. Wie kommst du darauf? 

Das Klischee sagt, Nerds haben keine Hobbies, sondern Zwänge oder Obsessionen. Seit ich alt genug war, aus dem Fenster des Kombis meiner Eltern zu schauen, hat mich alles mit Rädern fasziniert. Meine Mutter erzählt immer gern davon, dass ich als Kind immer die Anzahl der Räder an den Trucks gezählt habe, die wir passierten. Die Obsession startete früh und ließ mich mein Leben lang nicht los.

Das Klischee sagt, Nerds haben keine Hobbies, sondern Zwänge oder Obsessionen.

Eine weitere schräge Leidenschaft ist Soft-Rock aus den 70er und 80er Jahren. Eigentlich furchtbare Musik, aber mein Hirn liebt diese Ära, warum auch immer. Weil ich auf Instagram nicht immer kreative Bildbeschreibungen fand, habe ich irgendwann angefangen, Songtexte darunter zu schreiben. Meine Frau guckt mich immer schräg an, wenn ich ein Porsche Foto mit einem Text von Kenny Loggins poste. Oder mit einem traurigen Text über Trennungen von Toto für ein Auto, dass ich nie hätte verkaufen dürfen. Total schräg, aber so bin ich. Und Gott sei dank findet meine Frau das irgendwie charmant.

© Gene Pascua & Mark Micire

Hast du Pläne und Ziele für 2020? Corona wirft große Schatten über uns und das Jahr, aber es was hast du für die Zeit danach vor? Was willst du mit deinem Porsche erleben?

Im Dezember zogen wir aus den USA nach West-Australien. Natürlich exportierten wir das Auto. Ich möchte einige fantastische Straßen und Landschaften erkunden, die Australien zu bieten hat. Die Natur und ihre Farben sind hier absolut einzigartig in der Welt. Ich werde an meinen Fähigkeiten als Fotograf weiterarbeiten, gerade bei diesen genialen Kulissen. Es gibt hier tausende Kilometer von leeren Highways, eine geringe Bevölkerungsdichte. Ich habe hier außerdem zwei Porsche 996 in drei Monaten gesehen. Meine neu gewonnen Petrolhead-Freunde werden sicherlich viel zu kritisieren haben an meinen Yankee-Umbauten an diesem ansonsten perfekten deutschen Sportwagen.

Ich bin froh, dass wir nach Australien kamen, aber die vier Monate Wartezeit auf meinen Porsche in einem gemieteten Kompaktwagen zu verbringen, waren schon etwas traurig. Allerdings freue ich mich auf die Therapie mit einer ausgedehnten, schnellen und lauten Tour entlang der Westküste mit nichts außer leeren Stränden und Straßen voraus.

Mark, herzlichen Dank für die sehr spannende Unterhaltung. Wir wünschen dir und uns, dass du noch mehr atemberaubende Momente vor die Linse bekommst und vor allem dir und deiner Familie viel Gesundheit!

© Mark Micire

Außerdem sagen wir herzlichen Dank an die Fotografen, die diese wunderbaren Bilder geschossen haben. Unter folgenden Links findet ihr sie auf Instagram:

Brandon Haley
Mark Micire
Gene Pascua
Bill Haleen

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