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Kaufberatung Porsche 997.1 – 5 Fragen vor dem Kauf

Kaufberatung Porsche 997.1 – 5 Fragen vor dem Kauf

08.11.2018 / Von Richard Lindhorst

Porsche 997 kaufen.
Im Elferspot Marktplatz.

Porsche reagierte bei der Entwicklung des Porsche 911 der Generation 997 auf die Kritik am Vorgänger 996. Der zweite wassergekühlte 911er orientiert sich optisch mit den klassischen Rundscheinwerfern wieder mehr an der ursprünglichen 911er Form. Vor mittlerweile zehn Jahren endete die Produktion des 997.1 genannten Elfers. Wir sehen das als guten Anlass sehen, uns mit den Fragen zu beschäftigten, die man sich vor dem Kauf eines Porsche 997 Carrera (S) der Baujahre 2005 bis 2008 stellen sollte. Bei der Vielzahl an Forenbeiträgen und vermeintlichen Expertenmeinungen verliert man schließlich schnell den Überblick.

1. Frage: Welche Porsche 997 Modelle gibt es? Welcher ist der Richtige für mich?

Zunächst möchten wir etwas Klarheit in die weit verzweigte Baureihe des Porsche 997 bringen. Die erste Generation des 997, oder auch 997.1 wurde von 2005 bis 2008 in insgesamt 15 verschiedenen Modellen produziert. Die Bandbreite reicht vom Coupé über das Cabrio bis hin zum Targa. Das 997 Carrera Coupé und Cabrio gab es jeweils mit Heck- und Allradantrieb in den Ausbaustufen Carrera 2 bzw. 4 und Carrera 2S und 4S. Der Targa war nur mit Allradantrieb als Carrera 4 oder 4S lieferbar. Auf diese Modelle möchten wir diesmal unseren Fokus legen. Der Vollständigkeit halber sei jedoch erwähnt, dass es den 997 außerdem als Turbo Coupé und Cabrio gab. Abgerundet wurde die Modellpalette außerdem von den Hochdrehzahlsportlern GT3 und GT3 RS sowie dem 530 PS starken GT2 mit Turbomotor.

Bezogen auf die Carrera-Modelle stellt sich zuallererst die Frage: Coupé, Targa oder Cabrio? Das lässt sich objektiv natürlich nur sehr schwer beantworten. Sofern mit dem Elfer auch Besuche auf der Rennstrecke geplant sind, ist das Coupé die logische Wahl. Es ist steifer und insbesondere leichter als die Modellbrüder. Das 997 Carrera Coupé wiegt 60 Kilogramm weniger als der 997 Targa und liegt sogar satte 85 Kilogramm unterhalb des 997 Cabriolets. Das hat zwar keinen Einfluss auf die Höchstgeschwindigkeit, doch beim Standardsprint von 0 auf 100 km/h fehlen dem Cabrio 0,2 Sekunden, dem Targa sogar 0,4 Sekunden auf das vergleichbare Coupé. Was nicht heißen soll, dass Targa und Cabrio nicht schnell genug für einen Porsche 911 wären. Wir reden immer noch über 0 auf 100 km/h in fünf Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 280 km/h.

Frischluftfanatiker und Sonnenanbeter, für die das letzte Quäntchen Performance nicht entscheidend ist, können also guten Gewissens zum 911 Targa oder 911 Cabrio der Generation 997.1 greifen. Beide Fahrzeuge sind vollkommen wintertauglich, doch Stoffverdecke werden im Laufe der Jahre naturgemäß etwas müde und verlieren an Geschmeidigkeit. Insofern scheint der Targa für den Wintereinsatz die konzeptionell bessere Wahl. Allerdings möchten wir nicht verschweigen, dass der 997.1 Targa aufgrund der geringen Stückzahl von nur 4.853 Fahrzeugen preislich etwas über dem fast zehnmal so oft produzierten 997 Cabrio liegt.

2. Frage: Carrera 2 oder Carrera 4?

Wer sich auf einen 997 Targa festgelegt hat, kann diesen Absatz gern überspringen, da es diesen, wie oben erwähnt nur mit Allradantrieb gab. Interessenten für Coupé und Cabrio müssen sich jedoch die Frage stellen, ob der zukünftige 911 in der Garage Heck- oder Allradantrieb haben soll. Die Antwort auf diese Frage hängt ganz besonderes mit dem geplanten Einsatzzweck des Porsche 997 zusammen. Während ein handgeschaltener Carrera 2S als leichtfüßige Fahrmaschine in Betracht gezogen werden sollte, kann ein allradgetriebenes Cabrio mit Tiptronic ein hervorragender Begleiter für den Alltag und längere Trips werden.

Für den unentschlossenen Käufer lässt sich vielleicht folgende Faustregel aufstellen: Bei einem ganzjährig gefahrenen 997 bietet der Allradantrieb des Carrera 4(S) insbesondere im Winter beruhigende Traktionsreserven. Bei einem Schönwetterfahrzeug ließe sich noch eher auf den Allradantrieb verzichten, da bereits ein Carrera 2(S) im Trockenen nur bei sehr forscher Gangart die Grenzen der Haftung erreicht. Die Unterschiede in den Fahrleistungen können bei dieser Frage zu vernachlässigt werden – sie liegen im Bereich der Messtoleranz. Das Mehrgewicht für den Allradantrieb liegt bei allen Modellen bei 55 Kilogramm.

Die Porsche 997 Carrera 4 und 4S haben eine breitere Karosserie. Die Kotflügel mussten wegen der breiteren Spur der Allradmodelle nach außen wachsen.

Was jedoch nicht jedem Interessenten klar ist: Die Porsche 997 Carrera 4 und 4S haben eine breitere Karosserie. Die Kotflügel mussten wegen der breiteren Spur der Allradmodelle nach außen wachsen. Alle Carrera 4 Modelle sind daher 44mm breiter als die heckgetriebenen Porsche 997 Carreras.

Porsche 997 Targa

3. Frage: Normaler Carrera oder Carrera S? Wo liegen die Unterschiede?

Um jedem Kunden den passenden Elfer anbieten zu können, wurde beim Porsche 911 der Generation 997 zwischen Carrera und Carrera S unterschieden. Der 997 Carrera S bietet gegenüber dem 997 Carrera als auffälligstes Unterscheidungsmerkmal eine geänderte Abgasanlage. Während der 997 Carrera S mit vier gleich großen Endrohren daherkommt, muss sich der 997 Carrera mit nur zweien begnügen. Mit Sportabgasanlage haben jedoch alle 997.1 Carrera und Carrera S vier Endrohre, wobei die mittleren Rohre einen kleineren Durchmesser haben als die äußeren. Wer genauer hinschaut, wird hinter den im Carrera S serienmäßigen 19 Zoll Rädern mit breiteren Hinterreifen rote Bremssättel erkennen. Der 997 Carrera hatte ab Werk schwarze Bremszangen montiert. Die optionale Keramikbremse (PCCB) erhielt hingegen in beiden Modellvarianten gelbe Bremssättel. Als weiteres optisches Gimmick waren bei jedem Carrera S immer Bi-Xenon Scheinwerfer mit an Bord.

Porsche 997 Carrera S

Auf Seiten des Fahrwerks gab es für den 997 Carrera S serienmäßig das neue Porsche Active Suspension Management, kurz: PASM. Damit ließ sich fortan die Kennlinie der Stoßdämpfer elektronisch verstellen. Mittels Knopfdruck werden im Stoßdämpfer sogenannte Bypass-Kanäle geöffnet oder geschlossen. Das führt dazu, dass das im Stoßdämpfer befindliche Öl entweder leichter oder schwerer verdrängt werden kann. Der Dämpfer wird also entweder weicher oder härter. So kann durch einen Druck auf die PASM-Taste aus dem komfortablen GT ein agiler Kurvenräuber werden. Außerdem liegt ein Porsche 997 mit PASM etwa 10 mm tiefer als mit dem normalen Sportfahrwerk.

4. Frage: War da nicht noch was mit den Motoren?

Beim 997 Carrera S hat sich natürlich auch unter dem Heckdeckel etwas getan. Während der im 997 Carrera verbaute 3,6 Liter M96 Motor fast unverändert aus dem 996 übernommen wurde, erhielt der M97 genannte 3,8 Liter Boxermotor im Carrera S einige Veränderungen. Die Bohrung wurde von 96 auf 99 mm erweitert. Der Hubraum wuchs bei gleichbleibendem Hub von 82,8 mm auf insgesamt 3.824 cm³. Auch die Verdichtung wurde erhöht und lag nun bei 11,8 : 1, statt wie bisher bei 11,3 : 1. Durch diese Kraftkur stemmt der 997 Carrera S 30 PS und 30 Nm mehr als der 997 Carrera. Der letzte Carreramotor mit Saugrohreinspritzung leistet somit 355 PS bei 6.600 U/min und 400 Nm bei 4.600 U/min. Mit Werksleistungssteigerungs-Kit sind sogar 381 PS und 415 Nm möglich.

 

Durch die enge Verwandtschaft zum M96 teilt sich der M97 auch ein paar konstruktive Eigenheiten mit ihm. Unter anderem werden die Nockenwellen von einer Zwischenwelle angetrieben. Die Lagerung dieser Zwischenwelle war jedoch nicht immer frei von Problemen. Die Lager können verschleißen und führen bei einem Defekt zu Motorschäden. Je nach Quelle ist die Rede von 8-10% betroffener Motoren. Der Zubehörmarkt bietet Frühdiagnosesysteme, beginnend bei magnetischen Ablassschrauben mit Warnsensoren, die den Fahrer im Innenraum benachrichtigen, wenn das Öl auffällige Werte erreicht. Wer jedoch ein für alle mal Ruhe möchte, kann für etwa 2.000 Euro ein verändertes Zwischenwellenlager verbauen lassen. Dabei sollte direkt auch der Kurbelwellensimmerring ersetzt werden. Dieser neigt häufig zu Undichtigkeiten und kann bei dieser Gelegenheit für wenige hundert Euro mit ausgetauscht werden.

Die Entscheidung für einen Porsche 997 Carrera oder Carrera S sollte unserer Meinung nach nicht an der Motorleistung festgemacht werden. Der Carrera S bietet sicherlich die bessere Ausstattung und auch optische Alleinstellungsmerkmale. Die reinen Fahrleistungen liegen jedoch nicht so weit auseinander. 0,2 Sekunden im Spurt von 0 auf 100 km/h und 8 km/h Höchstgeschwindigkeit trennen Carrera und Carrera S.

5. Frage: Die Gretchenfrage: Schaltgetriebe oder Tiptronic?

Eine der meist diskutierten Fragen in Porschekreisen ist die nach dem Getriebe. Das famose Porsche Doppelkupplungsgetriebe, kurz PDK, wurde erst zum Facelift (997.2) 2008 eingeführt. Daher gibt es den 997.1 nur mit Schaltgetriebe oder Tiptronic. Es handelt sich bei der Tiptronic noch um eine klassische 5-Gang-Wandlerautomatik. Die Tiptronic bietet natürlich mehr Komfort als das handgeschaltene Pendant, büßt jedoch etwas an Dynamik ein. Im Vergleich zu den automatisierten Getrieben anderer Marken ermöglicht die Tiptronic zwar schnellere Gangwechsel, doch der Drehzahlwandler verschleift immer auch etwas Leistung.

Vor der Wahl des Getriebes sollte man sich also hinterfragen, welchen Einsatzzweck der Porsche 911 erfüllen soll. Sportlichen Fahrern oder solchen, die ein puristisches Fahrerlebnis suchen, sei hier ausdrücklich das Schaltgetriebe ans Herz gelegt. Für die alltägliche Pendelei zur Arbeit oder den Einsatz auf längeren Reisen ist die Tiptronic jedoch auch einen genaueren Blick wert. Wir empfehlen jedem unentschlossenen Interessenten eine ausgiebige Probefahrt! Da Modelle mit Tiptronic preislich spürbar unterhalb vergleichbarer Modelle mit Schaltgetriebe liegen, lässt sich vielleicht ein Schnäppchen machen.

Der Porsche 997 – Ein kommender Klassiker

Die erste Generation des Porsche 997 genießt bereits jetzt den Ruf als kommender Klassiker. Er ist der erste moderne Porsche 911, der wieder die Formensprache des Urmodells zitiert. Er ist der letzte Porsche 911 Carrera mit Saugrohreinspritzung. Obwohl er technisch mehr Evolution als Revolution war, liegen die Preise deutlich oberhalb des Niveaus seines Vorgängers. Egal für welches Modell man sich entscheidet, der Porsche 997.1 ist wertstabil und fahrdynamisch ausgereift. Er ist unaufgeregt, aber trotzdem aufregend. Der 997.1 ist kein Vernunftauto, aber trotzdem nicht unvernünftig. Er ist ein reinrassiger Sportwagen, aber trotzdem nicht unpraktisch. Eben ein echter Porsche 911.

Die erste Generation des Porsche 997 genießt bereits jetzt den Ruf als kommender Klassiker.

Die auf den Bildern gezeigten 997.1 werden übrigens auf Elferspot angeboten:

Eine Auswahl weiterer, derzeit zum Verkauf stehender 997.1 Carrera findet ihr >> hier!

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