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Fifty (or more) shades of blue… Porsche Farben 101

Fifty (or more) shades of blue… Porsche Farben 101

06.08.2019 / Von Richard Lindhorst

Die Farbgebung eines Sportwagens ist immer auch Ausdruck der Persönlichkeit des Halters. Farben wecken immer Emotionen und deshalb ist die Wahl der Farbe, in der ein Fahrzeug der Öffentlichkeit präsentiert wird, sehr wichtig für den späteren Verkaufserfolg. Kaum eine Marke treibt das Farbspiel derart weit wie Porsche. In den letzten Jahren bewiesen Porsche und seine Kunden wieder mehr Mut zur Farbe, sodass insbesondere blaue Fahrzeuge eine wahre Renaissance erleben.

Habt ihr Euch jemals gefragt, wieviele unterschiedliche Blautöne es bei Porsche gab? Wusstet Ihr, dass zwischen zwei Elfern in der gleichen Farbe auch mal über 60 Jahre liegen können? Wir machen heute mal blau und schauen mit Euch auf eine Auswahl aus Porsches breiter Farbpalette von Azurblau über Petrolblau bis hin zu Miamiblau.

Azurblau – Porsche 356 pre A (1951-1953)

Als pre A werden Modelle des Porsche 356 bezeichnet, die von 1948 bis 1955 gebaut wurden. In dieser Zeit waren besonders Pastelltöne in Mode. Geschmackvolle Kontraste aus blau außen und crème innen waren genauso gern gewählt, wie dazu passende Weißwandreifen oder helle Verdecke. Die Farbe Azurblau, Farbcode 522, passte hervorragend in diese Zeit. Gerade in Kombination mit hellen Innenräumen stand diese Farbgebung für positive Stimmung und erinnert auch heute noch an Strand-Postkartenmotive aus der Zeit. Erst 2016 verwandt Porsche diese Farbe wieder auf dem 911.

© Classic Car Service Restaurations

Agablau – Porsche 911 F-Modell (1966-1968)

Ausschließlich bei den sogenannten Porsche 911 SWB Modelle mit kurzem Radstand (short wheelbase) zum Einsatz kam das mit einem Hauch grau/grün versetzte Agablau. In den späten 60ern kamen auch dunklere Farben, wie zum Beispiel flaschengrün wieder in Mode. Im Zusammenspiel mit Chromzierleisten, gelben Blinkern und ganz besonders mit roten Materialien im Innenraum harmoniert Agablau, welches den Farbcode 6608 trägt, sehr schön und trifft den Zeitgeist.

© Gaudin Classic

Petrolblau – Porsche 911 G-Modell & 928 (1978-1980), 924 (1979-1980)

Die 70er Jahre hatten farblich einiges zu bieten, doch weiß, grau und schwarz übernahmen mehr und mehr Marktanteile. Ironischerweise fiel die Farbe Petrolblau genau in die Zeit der zweiten Ölkrise 1979. Es handelt sich dabei um ein relativ dunkles blaumetallic mit leichtem Grünschimmer. Wer heute einen Porsche mit dem Farbcode 376 bzw. LM5V sein Eigen nennt, kann sich einer gewissen Exklusivität in jedem Fall sicher sein. Und irgendwie ist es doch ziemlich cool, in Zeiten aufstrebender alternativer Antriebskonzepte eine nach Benzin benannte Farbe auf seinem Sportwagen zu wissen, oder?

© Markus Klimesch

Marineblau – Porsche 911 G-Modell & 928 (1987-1988), 964 Carrera (1990)

Ihr seht, wir wandern immer weiter in die diskreteren Bereiche von Porsches Farbspektrum. Marineblau war seinerzeit durchaus beliebt, doch besonders Indischrot, wie auch schwarze und silberne Farbtöne waren in den späten 80ern häufiger an der Tagesordnung. Porsches mit dem Farbcode (L)35V erscheinen auf den ersten Blick, fast schon grau, changieren aber je nach Lichteinfall in einem wundervollen mittleren bis hellen Blauton. In dunkleren Umgebungen reicht die Farbanmutung sogar in den Bereich von lila. Besonders stimmig wirkte die Kombination mit hellen Interieurs.

© Motorlegenden by Michael Schnabl

Maritimblau – u.a. Porsche 964 Carrera (1991-1993) & 968 (1992-1994)

In den frühen 90ern wurden knallige und flippige Farben wieder deutlich populärer. Lila und gelb waren modern und passten zu Synthesizer Musik und Filmklassikern wie Basic Instinct oder gar Hot Shots wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Auch Porsche bot in der Zeit von Schulterpolstern wieder knalligere Farben an, wie zum Beispiel das relativ helle Maritimblau. Die Farbe war quasi durch die komplette Produktpalette erhältlich. 2011 und 2016 ließ Porsche die Farbe sogar auf 911 respektive Boxster und Cayman wieder aufleben. Ihr findet die (Nicht-Metallic-)Farbe unter den Farbcodes LM5A, L38B, F2 und 38B.

© P One Cars Europe

Lapisblau – Porsche 911 (2001-2008), Boxster (2001 & 2003-2007), Cayman (2006-2007), Cayenne (2003-2006)

Zu Beginn des neuen Jahrtausends waren wieder deutlich gedecktere Farben gefragt. Schwarz, grau und silber dominieren seither das Straßenbild. Porsche bot daraufhin das sehr dunkle, stark metallische lapisblau an. Je nach Lichteinfall und Kontur kann die Farbe durch den hohen Metallicanteil an manchen Stellen sehr hell wirken und bleibt doch diskret und weitestgehend unauffällig. Mitte der ’00er Jahre waren sämtliche Porsche Modelle mit dem Farbcode M5W in Lapisblau bestellbar. Insbesondere Boxster und Porsche 996 finden sich heute in diesem Blauton.

© Funke KFZ und Ersatztteilhandel

Des Rätsels Lösung? 102 verschiedene Blautöne waren bisher im Angebot!

Spätestens bei dieser irren Zahl wird deutlich, dass Porsche schon immer ein möglichst hoher Grad an Individualisierung für die Kunden wichtig war. Seit ein paar Jahren werden auch wieder deutlich mehr Porsche Sportwagen in sehr auffälligen Farben bestellt. Aus unserer Sicht eine sehr erfreuliche Tendenz. Ganz gleich ob Petrolblau, Agablau, Azurblau oder eine der 99 anderen Möglichkeiten. Insbesondere das seit 2017 erhältliche Miamiblau ist ein fantastischer Eyecatcher und sorgt für einen schönen Farbtupfer im Straßenbild!

© Porsche AG

 

Fortsetzung folgt…

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