Der reduzierte Innenraum mit werkseitigen Recaro-Schalensitzen und minimalistisch ausgestatteten Türverkleidungen mit Türentriegelungen per Haltegurt zeigt, wie viel Aufwand in die Entwicklung eines wettbewerbsorientierten RS für die Straße gesteckt wurde, indem nur das Nötigste für ein reines Fahrerlebnis geboten wird. Passend zum Exterieur präsentiert sich der Innenraum in ausgezeichnetem Zustand, mit nur minimalen Gebrauchsspuren an der Seitenwange des Fahrersitzes, ansonsten ist er wunderschön gepflegt. Die roten Sicherheitsgurte sind eine schöne Ergänzung zur Lackierung in Indischrot. Zum Fahrzeug gehören die Bedienungsanleitung, ein Werkzeugsatz, Wartungsunterlagen, Exportdokumente und ein Porsche-Produktionsspezifikationszertifikat.
Es wird oft argumentiert, dass die besten Porsches die leichten, rennstreckentauglichen Varianten sind, und viele würden behaupten, dass der Carrera RS der aufregendste und analogste der 964-Generation ist. Dieses heute angebotene Exemplar mit geringer Laufleistung wird Sie nicht enttäuschen und bietet ein reines, ungetrübtes Fahrerlebnis. Aufbauend auf der legendären Motorsportgeschichte von Porsche gewinnt dieser aus dem Rennsport stammende Carrera RS weiter an Sammlerwert, da Exemplare mit geringer Laufleistung wie dieses immer schwerer zu finden sind.
DER PORSCHE 964 CARRERA RS
„Was der RS geleistet hat, ist, die technische Brillanz der neuesten Carreras zu nutzen und die fehlende Spannung früherer, weniger verwöhnender Generationen zurückzubringen.“ – Brian Laban, Performance Car Magazine.
In Anlehnung an die legendären 2,7- und 3,0-Liter-RS- und RSR-„Homologationssondermodelle“ der 1970er Jahre stellte Porsche 1991 den Typ 964 Carrera RS vor. Als Leichtbauvariante wie seine berühmten Vorfahren basierte der schöne Neuling auf dem „Carrera Cup“-Rennwagen und wurde ausschließlich in Europa verkauft, obwohl es für den US-Markt einen „RS America“ mit geringerer Ausstattung gab. Es gab auch eine Touring-Version, die den Großteil der Straßenausstattung des Standard-Carrera beibehielt.
Der Carrera RS behielt den 3,6-Liter-Motor bei, dessen maximale Leistung jedoch auf 260 PS gesteigert und der mit einem leichteren Schwungrad für ein besseres Ansprechverhalten ausgestattet wurde. Das Fünfgang-Getriebe G50/10 verfügte über engere Übersetzungen, ein asymmetrisches Sperrdifferenzial und Stahlsynchronringe, während die Federung tiefergelegt und straffer abgestimmt wurde. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h sank auf 5,4 Sekunden, und der Carrera RS erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h.
Der Innenraum wurde komplett ausgeräumt, und Servolenkung, elektrische Fensterheber und Sitze, Rücksitze, Klimaanlage, Tempomat, Schalldämmmaterial sowie die Stereoanlage wurden entfernt. Stattdessen wurden zwei leichte Rennschalensitze eingebaut. Die Motorhaube bestand aus Aluminium, Teile des Fahrwerks wurden nahtgeschweißt, während die Seitenfenster aus dünnerem und leichterem Glas gefertigt wurden. Abgerundet wurde diese radikale Gewichtsreduzierung durch die Ausstattung des Carrera RS mit 17-Zoll-Cup-Magnesiumfelgen. Das Ergebnis war eine Gewichtsersparnis von rund 150 kg im Vergleich zum Carrera 2, wodurch der RS zu einem schnelleren, agileren und reaktionsfreudigeren Fahrzeug wurde.
Brian Laban stellte fest, dass jedes Gefühl von Distanziertheit oder weicher Anmutung vollständig verschwunden war, und war der Ansicht, dass sich die Bedienelemente noch nie so solide und präzise angefühlt hatten. Seiner Meinung nach war der Porsche makellos; sein Urteil lautete, dass der Carrera RS „genau das war, was ein Performance-Auto sein sollte“.
Weiterlesen