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Wird 2022 das Jahr des Porsche 996?

03.01.2022 / Von Richard Lindhorst
Wird 2022 das Jahr des Porsche 996?

Es ist nicht lange her, da galt der Porsche 996 als das hässliche Entlein der 911er Familie. Er erlebte in der zweiten Hälfte der 2010er Jahre das, was Anfang des Jahrtausends auch viele seiner luftgekühlten Ahnen durchmachten. Porsches erster wassergekühlter Elfer hatte seine Talsohle erreicht. Zu Preisen von teils deutlich unter 20.000 Euro waren Carreras trotzdem eher Ladenhüter als Kassenschlager. Aber kann es sein, dass der 996 im Jahr 2022 DAS heiße Eisen der Porsche Welt wird?

Der Porsche 996 ist mittlerweile wieder salonfähig

Es mag verrückt klingen, aber es gab Zeiten, da war der Porsche 996 als Gebrauchtwagen nicht sonderlich gefragt. Zwei Finanzkrisen kurz nach Produktionsende haben die Preise ins Bodenlose fallen lassen. Und das betraf nicht nur den Carrera. Selbst für den 996 GT3 gab es so wenig Nachfrage, dass Interessenten nicht mal 40.000 Euro für gute Exemplare anlegen mussten.

Sicherlich hatte das auch mit dem seinerzeit etwas verschrienen Design und Problemen an den Motoren zu tun. Doch über die Jahre hat der 996 sich zu einer echten Alternative gemausert. Die eigenständige Optik an der Front ist längst verziehen. Man könnte sagen, sie ist gut gealtert. Harm Lagaays S-Schwung hat im Laufe der Zeit seine ganz eigenen Fans gefunden.

Während Gusseiserne bei einem Porsche Treffen vor zehn Jahre wohl noch die Nase gerümpft hätten, ist der 996 heute wieder salonfähig. Und selbst die größten Fürsprecher der Luftkühlung müssen anerkennen, dass er ein unkomplizierterer Begleiter ist, als seine Ahnen. Sowohl technisch, als auch fahrerisch.

Gepflegte Porsche 996 Carrera kosten schon jetzt ca. 30.000 Euro!

Die ersten Modelle des Carrera 3.4 werden 2022 schon 25 Jahre alt. Selbst die allerletzten 996 sind schon fast volljährig. Naturgemäß werden Fahrzeuge ab 20 Jahren tendenziell teurer. Beim Porsche 996 verstärkt sich dieser Effekt noch. Durch den Boom der luftgekühlten Elfer Mitte der 2010er Jahre sind sie plötzlich „the next big thing“ geworden.

Beim Blick auf die Preisentwicklung seit 2015 wird klar, dass wir beim Carrera von bis zu 50% Zuwachs sprechen. Für einen ordentlichen Carrera muss man mittlerweile ungefähr 30.000 Euro auf den Tisch legen. Noch krasser ist die Teuerung beim GT3. Noch 2017 gab es für unter 50.000 Euro 996 GT3 zu kriegen. Die Preise für das erste wassergekühlte Homologationsmodell haben sich in den zurückliegenden fünf Jahren ungefähr verdoppelt!

Preise bei 996 Carrera 4S und Turbo stagnieren

Etwas anders sieht es beim Porsche 996 Carrera 4S aus. Er galt lange Zeit als erstrebenswertester Wasserboxer der frühen Stunde. Deshalb fiel sein Preis nie unter 35.000 Euro, lag sogar tendenziell eher bei 40.000 Euro. Doch während die schmaleren Modelle deutlich zugelegt haben, hat sich beim 4S, trotz seines genialen Hüftschwungs, nicht viel nach oben getan. Auch 2022 kann man noch für unter 40.000 Euro einen schönen 996 Carrera 4S finden. Erstaunlicherweise gilt das Gleiche auch beim 996 Turbo und GT2. Das Preisniveau ist relativ stabil und fängt bei ca. 50.000 bzw. 110.000 Euro an. Natürlich gibt es Ausreißer nach oben, aber das Gefüge ist in sich konsistent.

Was sagt uns das nun? Der 996 Carrera als günstiger Einstiegselfer hat besonders 2020 und 2021 drastisch im Preis zugelegt. Ein Blick in die Elferspot-Glaskugel offenbart, dass es auch 2022 so weitergehen könnte. Ein Grund dafür ist schlicht, dass es – mit Ausnahme der GT-Modelle – keinen Nachschub mehr an 911 mit Saugmotor geben wird. Der einfache, genießbare Carrera hat in einer Welt voller Tempolimits und Radarfallen einen besondere Platz gefunden. Zumal die Kinder der 90er nun wirtschaftlich in der Lage sind, das Traumauto von einst zu erstehen.

Welcher Porsche wird im Wert steigen?

Es ist durchaus davon auszugehen, dass der Porsche 996 Carrera 4S auch künftig primus inter pares bleibt. Da es technisch aber keine riesigen Unterschiede zum schmalen Carrera gibt, ist es gut möglich, dass beide sich preislich weiter annähern. Wir wären jedenfalls nicht überrascht, wenn der 996 Carrera, egal ob 3.4 oder 3.6, auch 2022 weiter zulegt. Zumal auch die Preise für gut gepflegte 997 nicht gerade nachgelassen haben. Der GT3 wird sicher weiter klettern, während bei Turbo und GT2 vermutlich keine riesigen Sprünge zu erwarten sind.

Porsche 996 Carrera Ansicht von vorne
© Henner Huflage

Dass der Porsche 996 zu den absoluten Preis-Leistungs-Siegern der Porschewelt zählt, ist längst keine Neuigkeit mehr. Allzu lang dürfte der Einstieg aber nicht mehr günstig bleiben. Der absehbare Abgesang des Verbrenners im Alltag befeuert die Preisspirale munter weiter. Auf die Frage „Welcher Porsche wird im Wert steigen?“ würden wir unter anderem Porsche 996 Carrera und GT3 antworten. Unser Rat: Sichert euch einen, solang die Gelegenheit noch verhältnismäßig günstig ist.

Titelbild: LBI Limited

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