Wie im Abschnitt „Sonderausstattung“ der beiliegenden Kopie der Kardex-Garantiekarte ausführlich vermerkt, wurde das hier angebotene Fahrzeug mit der Fahrgestellnummer 110843 ab Werk als „Carrera GT“ konfiguriert. Damit ist es eines von nur etwa 29 Exemplaren des leichten 356 Carrera GS Coupé der B-Serie, die ursprünglich mit dem vom Porsche 550 Spyder abgeleiteten Vier-Nocken-Motor vom Typ 692/3 ausgestattet waren, der aus 1,6 Litern Hubraum 115 PS leistete.
Mit einer Lackierung in Silbermetallic und einer schwarzen Vinyl-Innenausstattung – sowie ausgestattet mit einem größeren 80-Liter-Kraftstofftank, Steinschlagschutz für die Scheinwerfer und einem dimmbaren Innenspiegel – wurde dieses Fahrzeug im Dezember 1959 fertiggestellt, bevor es im März über den berühmten Importeur Max Hoffman in New York in die Vereinigten Staaten ausgeliefert wurde. Der „Carrera GT“ befand sich in Miami in der Obhut von Herrn RE Seco, bevor er von seinem Landsmann John Norris aus Florida gekauft wurde. Der bekannte Porsche-Sammler Jeff Keiner behielt das Chassis 110843 in diesem Bundesstaat, bis er es an Tony Peck aus Long Island, New York, verkaufte. Unter seinem Besitz wurde der aktuelle Motor, ein Ersatzteil des korrekten Typs, vom berühmten Vier-Nocken-Spezialisten Bill Doyle von der Rennwagen Motor Company in Fresno überholt.
Eine Reise quer durch die USA stand bevor, als der 356 1992 von Robert B. Cole in Burlingame, Kalifornien, erworben wurde. Der Inhaber von Cole Classics behielt das Fahrzeug zwei Jahre lang, bevor das Chassis 110843 schließlich über die Blackhawk Collection in Danville vom Verkäufer gekauft und im September 1994 an seinen Geburtsort Deutschland zurückgebracht wurde.
Die Heimreise des 356 gipfelte im Oktober 1995 in einem Besuch im Porsche-Werk in Stuttgart, wo die Solex-Vergaser überholt und zahlreiche elektrische Reparaturen durchgeführt wurden. In jüngerer Zeit, zwischen Mai und November 2020, wurde der Motor ausgebaut und vom deutschen Markenspezialisten Wolfgang Reile von Classic Power mit Sitz in Haubersbronn überprüft, der zudem die Bremsbeläge und -leitungen, die Radlager sowie das Getriebeöl erneuerte – Arbeiten im Wert von 11.000 €.
Ausgestattet mit Prüfberichten (in den Unterlagen einsehbar), die von den führenden Markenexperten Jochen Bader und Rolf Sprenger erstellt wurden, ist dieses äußerst seltene Motorsport-Sondermodell bereit, einen wertvollen Teil einer Porsche-Sammlung zu bilden.