- Fahrgestell-Nr. 81079
- Motornummer 90565
- Zulassung: EU, Steuern bezahlt
- Standort des Fahrzeugs: England
Wenn es um alltagstaugliche und vielseitige Oldtimer geht, gibt es nur wenige, die den Kultklassiker 356 speedster von Porsche übertreffen. Seine schnittige und schlichte Silhouette strahlt Hollywood-Glamour aus, sein luftgekühlter Vierzylinder-Motor lässt sich am besten als metronomartig beschreiben, und seine Seltenheit garantiert so gut wie sicher die Teilnahme an den größten Oldtimer-Rallyes der Welt. Man denke nur an den Colorado Grand und den Modena Cento Ore. Er ist ebenso zu Hause auf dem Sunset Boulevard wie beim Herumflitzen über einen Alpenpass, während die frische Winterluft durch die Haare weht.
Der speedster war bekanntlich die Idee von Max Hoffman, dem gewieften und charismatischen Importeur prestigeträchtiger europäischer Autos an der Ostküste. Hoffman erkannte, dass eine sportlichere und verwegenere Version von Porsches Cabrio 356 in den Vereinigten Staaten, genauer gesagt in den wärmeren Gefilden Südkaliforniens, großen Anklang finden würde. Und er hatte Recht: Der daraus entstandene speedster war ein Riesenerfolg und verkaufte sich wie warme Semmeln. Wer Ende der 1950er Jahre in Los Angeles etwas auf sich hielt, fuhr höchstwahrscheinlich in einem speedster herum.
Von den zahlreichen Varianten des Porsche 356 speedster ist der früheste „Pre-A“ – gebaut zwischen 1948 und 1955 – der seltenste. Und der begehrteste „Pre-A“ ist der Carrera, angetrieben vom legendären, aus dem Motorsport stammenden „Führmann“-Vier-Nockenwellen-Motor, der in den auf der Carrera Panamericana siegreichen 550 Spyders seinen Ursprung hatte und satte 110 HP leistete. Nur 97 Exemplare wurden gebaut. Abgesehen von ihrer Leistung und Seltenheit sind die „Pre-A“-356-speedster aus unzähligen Gründen etwas Besonderes. Nicht zuletzt wegen ihrer zahlreichen einzigartigen (und manche würden sagen: reineren) ästhetischen Merkmale wie der so typischen geteilten Windschutzscheibe der 1950er Jahre und der Tatsache, dass sie für Porsche-Anhänger das Fundament der Marke darstellen.
Fahrgestellnummer 81079
Als eines von nur 15 im Jahr 1955 gebauten Porsche 356 „Pre-A“ GS speedster wurde das Fahrzeug mit der Fahrgestellnummer 81079 im Januar 1956 vom Werk an Max Hoffmans Porsche-Händler in New York ausgeliefert. Wie aus den begleitenden Werks-Kardex-Daten hervorgeht, war das Fahrzeug in Weiß lackiert und mit einer schwarzen Lederausstattung versehen. Anschließend wurde er von Hoffmans gutem Freund Baron Daniel von Herman gekauft, jenem deutschen Adligen, der das erste Volkswagen-Autohaus in Kalifornien gegründet hatte.
Von Herman nutzte den aus dem Motorsport stammenden Vier-Nockenwellen-Motor seines neuen Porsches und entschied sich, das Fahrzeug mit der Fahrgestellnummer 81079 in der hart umkämpften regionalen Rennserie des Sports Car Club of America (SCCA) an der Westküste an den Start zu bringen. Zwischen 1956 und 1958 bestritten er und sein Freund Skip Hudson elf Rennen – und gewannen drei davon insgesamt: in San Francisco, Palm Springs und Laguna Seca. Zu den Veranstaltungen, an denen der speedster teilnahm, gehörten auch die legendären Pebble-Beach-Straßenrennen, die eine ganze Reihe großartiger Fahrer aus aller Welt anzogen. Eine Reihe wunderbar nostalgischer Bilder aus jener Zeit, auf denen dieser Porsche in der wohl goldensten Ära des nordamerikanischen Motorsports zu sehen ist, begleitet das Fahrzeug.
Das Chassis mit der Nummer 81079 nahm 1956, 1957 und 1958 an der hart umkämpften Regionalserie des Club Sport teil
In den folgenden Jahren und Jahrzehnten verblieb dieser speedster in Kalifornien und stand größtenteils im Lager; er wechselte mehrmals den Besitzer, darunter auch den Porsche-Experten und Rennfahrer Wayne Baker, der vermutlich den originalen Typ-547/1-Vier-Nockenwellen-Motor für das Fahrzeug beschaffte. Dies geschah im Rahmen einer von ihm in Auftrag gegebenen behutsamen Restaurierung, deren umfangreiche Rechnungsunterlagen noch immer in der Historieakte des Fahrzeugs aufbewahrt werden.
Das Chassis mit der Nummer 81079 wurde im März 2012 von seinem letzten privaten Besitzer erworben, einem deutschen Sammler mit tiefen Wurzeln in der Welt des internationalen Spitzenmotorsports. Er brachte den speedster zum ersten Mal seit 1956 wieder in seine Heimat Deutschland zurück. Mit dem Ziel, das Fahrzeug bei einer Reihe renommierter europäischer Oldtimer-Veranstaltungen genießen zu können, beauftragte er den renommierten Porsche-Spezialisten Boxer Motor in Dotternhausen mit einer sorgfältigen Restaurierung. Das Fahrzeug erhielt zudem seinen FIVA-Ausweis und sein Karosserie-Reutter-Zertifikat.
Nach Abschluss der Restaurierung im Jahr 2020 – die entsprechenden Rechnungen liegen dem Fahrzeug bei – nahm der Besitzer mit dem Fahrzeug mit der Fahrgestellnummer 81079 sowohl an der „Mille Miglia Storico“ als auch am „Gran Premio Nuvolari“ teil.
Was die Mille Miglia betrifft: 2027 feiert das „schönste Rennen der Welt“ sein 100-jähriges Jubiläum, und zu Recht herrscht große Vorfreude auf diese Ausgabe, die etwas ganz Besonderes zu werden verspricht. Dieser Porsche 356 „Pre-A“ Carrera 1500 GS speedster ist ein idealer Kandidat für eine Teilnahme, nicht zuletzt wegen seiner dokumentierten Rennerfolge aus jener Zeit und natürlich wegen des kraftvollen „Führmann“-Vier-Nockenwellen-Motors unter dem kecken Heck. Dieser äußerst seltene Porsche, der vor kurzem von einem der weltweit führenden Porsche-356-Experten restauriert wurde, präsentiert sich in seiner historischen SCCA-Rennlackierung und in außergewöhnlich gutem Zustand. Nicht ohne Grund steht der „Pre-A“-Carrera-Speedster auf den Wunschlisten von Porsche-Liebhabern auf der ganzen Welt…
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