Zurück zum angebotenen 964 Carrera 2 targa: Das Steingraumetallic legt sich wie ein gut geschnittener Brioni-Anzug über die klassische 911-Silhouette – zurückhaltend, aber von Kennern sofort erkennbar.
Die Laufleistung von 91.660 Kilometern wirkt beinahe wie ein leises Räuspern im Lebenslauf dieses Wagens. Er befindet sich quasi noch in der Einfahr-Phase. Kein Übermaß, kein Stillstand – vielmehr eine wohldosierte Nutzung, die dem Auto offenbar gut bekommen ist. Der makellose Zustand und die lückenlose Historie sprechen eine klare Sprache, ganz ohne großes Pathos.
Im Innenraum wartet braunes Vollleder, das nicht geschniegelt daherkommt, sondern mit einer minimalen Patina, die eher an gepflegte Gelassenheit erinnert als an bloßen Erhaltungswillen. Man nimmt Platz und spürt ab der ersten Sekunde und Berührung – hier geben über 3 Jahrzehnte Zeugnis allerbester Pflege und äußerst behutsamem, respektvollem Umgang mit Historie ab.
Der luftgekühlte Sechszylinder-Boxer mit 250 PS verrichtet seine Arbeit so, wie man es von einem Porsche dieser Zeit erwartet: direkt, mechanisch ehrlich und frei von überflüssiger Vermittlung. Vor rund 3.000 Kilometern vollständig revidiert, zeigt er sich in bestechender Form – als hätte er beschlossen, das Thema „Alter“ höflich zu ignorieren.
Das Targa-Dach liefert genau jene Portion Offenheit, die den Unterschied macht. Kein vollständiges Ausgeliefertsein wie beim Cabriolet, sondern eine wohldosierte Nähe zur Außenwelt – fast so, als hätte jemand beim Fahren das Fenster ein Stück weiter geöffnet, nur eben stilvoller.
Zur Ausstattung zählen unter anderem eine Klimaanlage, 17-Zoll Cup 1 Räder sowie ein zeitgenössisches Blaupunkt R/C Radio – Details, die den Charakter des Fahrzeugs unterstreichen, ohne ihn zu überlagern.
Am Ende bleibt ein 964 Targa, der nicht durch Lautstärke auffällt, sondern durch Stimmigkeit. Ein Wagen für Menschen, die wissen, dass wahre Qualität selten den Drang verspürt, sich erklären zu müssen – sie fährt einfach vor.
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