Es stellte sich heraus, dass die Nachfrage nach einem GT-Modell ohne Heckflügel groß war. Ein Auto, das äußerlich einen zurückhaltenderen Porsche darstellte, unter der Motorhaube jedoch alles bot, was ein „normaler“ GT3 zu bieten hatte. Als es an der Zeit war, dass der 991.2 einen GT3 bekam, erfuhren wir zum ersten Mal den neuen Namen: Touring. Optionspaket 032. Und dann kam der 992 GT3…
Dieses Exemplar in klassischem GT-Silber ist für den Laien nur ein weiterer Porsche, und genau das ist das Verkaufsargument des Touring. Aber wer sich auskennt, weiß Bescheid … Die Karosserieverbreiterung ist über die ikonischen Felgen mit Zentralverschluss geklebt. Die Frontschürze unterscheidet sich sowohl von einem normalen Carrera als auch von einem GT3 durch ihren lackierten Einsatz, der das Erscheinungsbild weiter abmildert und für ein geschmackvolleres Äußeres sorgt. Die Fenster werden von einer silbernen Leiste eingerahmt, die das Gesamtbild harmonisch abrundet. Das Heck wird von der GT-spezifischen, mittig angeordneten Auspuffanlage dominiert, die dem GT3 im Kontext der 992-Baureihe etwas Einzigartiges verleiht: den Klang des 4-Liter-Saugmotors. Es fühlt sich fast schon bizarr an, die Kraft und das Ansprechverhalten des Motors zu spüren, wenn man am Steuer eines Fahrzeugs sitzt, das normalerweise mit einem Turbomotor ausgestattet ist.
Öffnet man die Tür, fallen einem als Erstes die Sitzauflagen ins Auge. Das klassische Hahnentrittmuster natürlich, das seine Wurzeln in älteren Modellen der Marke hat, aber auch eine typische Ausstattung des 911R war. Ansonsten erkennt man diesen GT3 sofort. Vor dem Fahrer wird die Sicht vom Drehzahlmesser dominiert, der bis 10.000 U/min reicht und bei 9.000 mit einer roten Markierung versehen ist. Diese Tatsache muss betont werden … 9.000 U/min. Wie üblich beherbergt die Mittelkonsole das Infotainment-System sowie eine Reihe von Funktionstasten wie „Noselift“ und Funktionen zur Fahrwerksanpassung.
Nicht der Innenraum oder das schlichte Äußere stehen hier im Mittelpunkt. Es ist ein 4-Liter-Sechszylinder-Boxermotor in Kombination mit einer fast schon telepathisch reagierenden Vorderradaufhängung und einem sorgfältig abgestimmten GT-Fahrwerk. Die Kombination all dessen mit dem über 75-jährigen Know-how von Porsche gipfelt hier in dem vielleicht besten Fahrzeug, mit dem man sowohl auf der Straße als auch auf der Rennstrecke unterwegs sein kann.