Mit dem Modelljahr 1974 stellte Porsche den grundlegend überarbeiteten 911 vor – intern G-Serie genannt. Was viele nicht wissen: Werksintern trug nur dieses eine Modelljahr den Buchstaben G. Bereits das Modelljahr 1975 lief bei Porsche als H-Serie, 1976 als I-Serie. Der Volksmund übertrug den Namen „G-Modell“ später auf die gesamte Generation bis 1989 – fast 200.000 Fahrzeuge. Im strengen Sinne sind aber nur die Fahrzeuge des Jahrgangs 1974 echte G-Serien-911er. Dieses Fahrzeug ist also nicht irgendein G-Modell, sondern eines aus dem namensgebenden ersten Jahrgang – beim 150-PS-Targa sind das weltweit 3.110 Exemplare.
Die frühen, schmalen Fahrzeuge dieser Baureihe sind heute zunehmend gesucht: Viele wurden bereits in den Siebzigern dem Zeitgeschmack folgend auf Turbo-Breitbau umgebaut – originale, unverbastelte Schmalheck-911er sind entsprechend selten geworden.
Der 911er leistete zudem nur in den Modelljahren 1974 und 1975 die hier verbauten 150 PS aus 2,7 Litern Hubraum; ab Modelljahr 1976 wurde die Leistung auf 165 PS angehoben. Rechnet man das Modelljahr 1975 mit seinen 998 Targa hinzu, entstanden in dieser Konfiguration weltweit insgesamt nur gut 4.100 Fahrzeuge. Wie viele davon heute noch in originaler, schmaler Form existieren, lässt sich nur schätzen; es dürften deutlich weniger sein.
Hinzu kommt die Chromausstattung, die diesen Jahrgang unverwechselbar macht: Scheibeneinfassungen, Türgriffe und Scheinwerferringe sind verchromt, ebenso der einzelne Außenspiegel links – ein Detail, das es so nur in den ersten Modelljahren gab, bevor ab MJ 1976 größere, lackierte Elektrospiegel Einzug hielten. Der Targa-Überrollbügel besteht aus gebürstetem Nirosta-Edelstahl, das Heckgitter ebenfalls aus Edelstahl. Und die frühen 2.7 Targas hatten noch ein heute besonders geschätztes Merkmal: die kleinen Ausstellfenster in beiden Türen. Wer einmal mit offenem Dach und leicht geöffnetem Dreiecksfenster gefahren ist, weiß, warum man ihnen nachtrauert. Selbstverständlich verfügt der Targa über die originalen Fuchsfelgen.
Technik und Historie
Ich habe das Fahrzeug aus einer Porsche-Sammlung erworben. Nach dem Ankauf wurde über mehrere Monate alles revidiert oder getauscht, was absehbares Verschleißpotential hatte. Der 2,7-Liter-Saugmotor wurde beim Kölner Porsche-Spezialisten Arne Ziesche komplett überholt – ohne Rücksicht auf die Kosten, inklusive sämtlicher Schläuche und Nebenaggregate. Rechnungen liegen vor / weit über 20.000,- Euro.
Seither ist der Wagen rund 3.000 km gelaufen – regelmäßig bewegt, aber wegen weiterer Fahrzeuge im Bestand stets schonend. Er springt auch nach der Winterpause sofort an und läuft technisch einwandfrei. Eines der wenigen historischen Fahrzeuge die das wirklich können.