Fahrgestellnummer WP0ZZZ92ZHS841983
Porsche-interne Nr. H54
Nur wenige Fahrer seiner Zeit verbanden Formel-1-Erfahrung so überzeugend mit Erfolgen im Langstreckenrennsport wie Jochen Mass. Als Grand-Prix-Sieger mit McLaren im Jahr 1975 und einer der erfolgreichsten deutschen Fahrer vor der Schumacher-Ära baute Mass seinen Ruf auf purer Geschwindigkeit, Beständigkeit und Intelligenz auf. Nach seinen Jahren in der Formel 1 wurde der begeisterte Segler und Abenteurer von 1976 bis 1987 zu einer tragenden Säule des Porsche-Werksteams. Er spielte eine Schlüsselrolle im dominanten Gruppe-C-Programm der Marke und setzte den 956 und den 962 regelmäßig auf höchstem Niveau im internationalen Sportwagenrennsport ein.
In dieser Zeit, auf dem Höhepunkt des 962-Programms, entwickelte Porsche eine kleine Serie leichter 928 Clubsport-Prototypen, die ein Jahr vor der öffentlichen Vorstellung des Modells gebaut wurden. Der serienmäßige 928 wurde mit klarem Fokus auf Gewichtsreduzierung und Fahrspaß überarbeitet und erhielt ein leichteres Fünfgang-Dog-Leg-Handschalter-Schaltgetriebe, eine straffere Federung sowie Motoroptimierungen für ein besseres Ansprechverhalten. Die Komfortausstattung wurde durchweg reduziert, was zu einer beeindruckenden Gewichtsersparnis von 300 Pfund führte! Es wurden nur vier Vorserienmodelle produziert, jedes in klassischem Grand-Prix-Weiß mit marineblauer Lederausstattung. Um den maximalen Werbeeffekt zu erzielen und die Entwicklung des Serienfahrzeugs voranzutreiben, wurde jedes Exemplar einem Rothmans-Porsche-962-Werksfahrer – Jochen Mass, Derek Bell, Hans-Joachim Stuck und Bob Wollek – als schnelles persönliches Transportmittel zwischen den Rennen zugewiesen.
Jochen Mass war der Erste, der sein Exemplar erhielt, das intern als H54 bezeichnet wurde. Zweifellos sprach die weiß-blaue Lackierung des 928 Mass’ Interesse an der Seefahrt an! Interessanterweise beginnt die umfangreiche Historie, die Mass’ 928 Clubsport dokumentiert, bereits vor der Produktion des Fahrgestells selbst. Ein Dokument des westdeutschen Kraftfahrt-Bundesamtes ist in den Akten enthalten, das den Antrag von Porsche genehmigt, Mass‘ Clubsport-Prototyp für einen Zeitraum von zwei Jahren mit Böblingener Kennzeichen (BB-PN 269) zu betreiben, mit der Auflage, dass die Genehmigungsunterlagen jederzeit im Fahrzeug verbleiben müssen.
Das Serviceheft des 928 Clubsport H54 zeigt, dass das Fahrzeug zwar ursprünglich bei Porsche war, Einträge (unter Korrekturflüssigkeit) jedoch belegen, dass es auch unter Mass‘ Obhut stand. Mass‘ Angaben wurden zudem in einem unteren Abschnitt hinzugefügt, zusammen mit seiner unauslöschlichen Unterschrift auf der zweiten Seite. Eine Kopie des Fahrzeugbriefs zeigt, dass Jochen Mass nach der Zeit bei Porsche den 1993 unter dem Namen seiner Frau, Bettina Dunne, mit Rhein-Neckar-Kreis-Kennzeichen zugelassenen Clubsport in Grand-Prix-Weiß behielt. Während der Zeit als Besitzer von Jochen Mass legte der spätere Sieger des 24-Stunden-Rennens von Le Mans 1989 über 76.000 Kilometer zurück, was den größten Teil der Gesamtlaufleistung des Wagens von 109.321 km ausmacht.
Nachdem sich Mass nach elf Jahren von seinem leichten 928 Clubsport getrennt hatte, wurde dieser 1998 von Roland Mews aus Landau, südwestlich von Stuttgart, erworben. Mews behielt das Fahrzeug bis 2006, als es von Jørn Jakobsen gekauft und mit Kieler Kennzeichen zugelassen wurde, bevor es nach Norwegen umzog. Vor allem aber blieb die dokumentierte Verbindung zu seinem ursprünglichen Besitzer – dem Formel-1-Sieger Jochen Mass – erhalten. Im Jahr 2014 wurde der 928 CS vom Einlieferer als eine der ersten Akquisitionen für eine Sammlung seltener und exklusiver Porsche-Fahrzeuge erworben, die für ihren Sammlerwert und ihren „Einzigartigkeitscharakter“ bekannt sind. Als erster von nur vier produzierten 928 Clubsport-Prototypen war dies zweifellos eine kluge Anschaffung. Zunächst befand sich das Fahrzeug in der Schweiz, später wurde es im Jahr 2023 nach Südkalifornien gebracht.
Zum Zeitpunkt der Katalogisierung weist der ehemalige Werks-Entwicklungsprototyp des 928 Clubsport von Jochen Mass eine Laufleistung von 109.321 km (ca. 67.929 Meilen) ab Werk auf und wird im Vorfeld der ersten Auktion von Broad Arrow bei „The Quail“ erstmals in ausgezeichnetem Zustand der Öffentlichkeit angeboten. Darüber hinaus wird der leichte 928 mit seinen Originalhandbüchern und dem von Jochen Mass signierten Serviceheft, den Porsche-Zulassungs- und Serviceunterlagen sowie einem signierten Exemplar der „Personal Edition“ von Jochen Mass‘ Biografie von Peter Schroeder und weiteren begehrten Gegenständen aus der Zeit des F1- und Langstreckenrennfahrers mit dem Fahrzeug geliefert.