Bei Benjamin David gibt es noch „neue“ Porsche 964 und 993
22.05.2026Von Richard LindhorstSponsored Content
Im Hamburger Stadtteil Wandsbek hat Benjamin David mit DAVID Finest Sports Cars eine Adresse geschaffen, die in Porsche-Kreisen mittlerweile international bekannt ist. Was als Sportwagenhandel begann, ist heute ein Betrieb mit eigener Werkstatt und Restaurierungsabteilung. Hier entstehen neuwertige luftgekühlte Porsche für alle jene, die den Charme vergangener Tage höher bewerten als die technische Überlegenheit moderner Sportwagen.
Bei einem exklusiven Blick hinter die Kulissen erklärte uns Benjamin David, weshalb er sich mittlerweile als automobiler „Rundum-Betreuer“ versteht und warum sein Projekt „Jorge“ für ihn belegt, dass die automobile Zukunft darin liegt, alte Fahrzeuge mit heutigem Anspruch weiterzudenken.
Benjamin David entschied sich für den steinigen Weg
Benjamin David ist gelernter Automobilkaufmann. Früh fand er Gefallen am Vertrieb. Der Weg vom ersten Gespräch über die Suche nach einem passenden Fahrzeug bis zu dem Moment, in dem der Wunsch zum konkreten Fahrzeug wurde, war das, was den typisch norddeutsch-direkten David antrieb. Im Porsche Zentrum Hamburg verkaufte er einige Jahre lang Neuwagen – bis er sich fragte, ob ihn dieser Job dauerhaft erfüllen würde.
Ich hatte irgendwann die Frage an mich selbst, ob ich das die nächsten 40 Jahre machen möchte.
Benjamin David, DAVID Finest Sports Cars
Ende 2016 entschloss sich Benjamin David zum Neustart und machte sich mit DAVID Finest Sports Cars selbstständig, zunächst als Ein-Mann-Betrieb. David fotografierte die Autos selbst, kümmerte sich um die Aufbereitung, An- und Abmeldung. „Die ersten zwei Jahre der Selbstständigkeit waren gigantisch schwer. Hätte ich vorher gewusst, wie schwierig es wird, hätte ich den Schritt vermutlich nicht gewagt“, sagt der heute 38-Jährige. Vor zehn Jahren fielen die Preise klassischer Porsche gerade merklich, das Risiko war hoch.
Der Durchbruch kam mit dem GT3 Touring
Wirtschaftlicher Erfolg stellte sich für David 2018 mit der Fokussierung auf die kleinstmögliche Nische ein. Der Hamburger spezialisierte sich zeitweise auf ein einziges Modell. „Ich hatte das große Glück, dass 2018 der 911 GT3 Touring auf den Markt kam. Da gab es eine kurze Phase, in der Autos in Sonderfarbe extrem gefragt waren. Durch sicherlich glückliche Umstände und vielleicht auch ein bisschen Fleiß hatte ich zwischendurch dann mal elf Stück bei uns“, erinnert sich der Unternehmer.
In verschiedenen Foren schrieben die Leute damals: Wenn du so ein Auto kaufen oder verkaufen möchtest, dann bei dem David in Hamburg.
Benjamin David, DAVID Finest Sports Cars
Dank der Fokussierung auf dieses eine Modell wuchs DAVID Finest Sports Cars rasant. „In diesem kleinen Marktsegment war ich irgendwann so präsent, dass ich ziemlich genau einschätzen konnte: Für das alexagraue Auto gibt es etwa 220.000 Euro, für Brewstergrün 211.000, für Irischgrün 207.000. Das war dann der Markt.“
„Du nimmst den Leuten im Zweifel ihr Spielzeug weg“
In dieser Zeit lernte David auch, wie fordernd das Geschäft mit Sportwagen zwischenmenschlich ist. „Der Sportwagenhandel ist sehr persönlich. Wenn du jemandem ein Auto abkaufen möchtest, nimmst du ihm im Zweifel sein Spielzeug weg. Da musst du einfühlsam sein.“ Damit trifft Benjamin David einen überaus interessanten Punkt. Ein Porsche ist schließlich selten nur ein Auto. Er ist Belohnung, Jugendtraum, manchmal auch ein Stück Lebensleistung. Deshalb steht Vertrauen für den Hamburger Geschäftsmann stets an erster Stelle.
Als glühender Fan luftgekühlter 911er weiß Benjamin David genau, welchen emotionalen Stellenwert diese Fahrzeuge für so manchen Verkäufer haben.
Aus diesem Grund betreibt DAVID Finest Sports Cars auch eine Meister-Werkstatt mit einem achtköpfigen Spezialisten-Team. „Verkauf allein reicht bei diesen Autos nicht. Viele Modelle sind schon über 30 Jahre alt. Da ist immer irgendetwas dran“, weiß der bekennende G-Modell-Fan. „Durch die eigene Werkstatt können wir die Qualität der angebotenen Fahrzeuge selbst sicherstellen und so das uns entgegengebrachte Vertrauen schützen. Lieber investieren wir nochmal 5.000 Euro mehr und geben am Ende das bessere Auto ab.“
Seine Werkstatt sieht Benjamin David nicht allein als zusätzlichen Geschäftsbereich, sondern als Teil des Qualitätsversprechens. Insgesamt beschäftigt er mittlerweile acht Mechaniker. Enrik Salewski absolvierte bereits seine Ausbildung bei DFSC.
Die Zukunft liegt in der Vergangenheit
Je mehr sich Benjamin David mit besonderen und luftgekühlten Porsche beschäftigte, desto stärker rückte eine Überzeugung in den Mittelpunkt: Die emotionalsten Autos stammen für Benjamin David nicht zwingend aus der Gegenwart. „Moderne 911 sind schneller, sicherer und in jeder Disziplin leistungsfähiger geworden. Die Autos sind perfekter geworden, aber nicht zwangsläufig berührender. Übergriffige Assistenzsysteme, Partikelfilter und Touchscreens haben den Sportwagen stark verändert“, so das Fazit des Hamburgers.
„Unsere Autos sind Porsche 964 und 993. Zu 356 oder F-Modell haben viele aus unserer Generation keinen wirklichen Bezug mehr. Die finden wir gut, aber das waren nicht unsere Traumautos“, blickt der Hamburger Sportwagen-Experte auf die veränderte Marktsituation. Gleichzeitig seien viele Kunden nicht mehr bereit, Preise von deutlich über 200.000 Euro für einen neuen Elfer auszugeben. „Ein Kunde sagte mir mal, dass er 1997 gern einen 993 bestellt hätte, aber damals war er noch zu jung. So ein Auto heute neu kaufen zu können, wäre für ihn ein absoluter Traum. Das brachte mich zum Nachdenken“, erinnert sich David heute.
Geschwindigkeit ist subjektiv. Viele unserer Kunden sagen zu mir: Ich brauche keine 500 oder 600 PS. Ich möchte ein Auto, das mir Spaß macht. Ich möchte ein Auto haben, das lebt.
Benjamin David, DAVID Finest Sports Cars
Benjamin Davids Herz schlägt für die automobilen Stars der 1990er Jahre. In ihnen sieht er auch die Zukunft seines Unternehmens.
Daraufhin sprach der Unternehmer intensiv mit Serviceleiter Oliver Bornhöft, Prokurist Mirko Riekers und dem Werkstatt-Team um Jan-Dustin Pohl. David holte sich Ratschläge von Szenekennern wie Thomas Nater von AP Car Design und schmiedete einen Plan. „Aus unserer Sicht wurden die besten und emotionalsten Autos bereits gebaut. Noch heute schauen Menschen Filme wie Bad Boys nur wegen des 964 Turbo. Wie können wir also diese alten Autos neu erlebbar machen? Indem wir diese Autos neu bauen!“ – Damit war die Idee geboren, Autos so zu restaurieren, dass die Übergabe sich anfühlt, als würde man einen neuen, luftgekühlten 911 abholen.
Schnell waren sich in Hamburg alle einig, dass sie einen gewissermaßen typisch norddeutschen Ansatz wählen wollten: „Das Thema Backdate und Restomod bespielen Firmen wie Singer, Kaege oder Gunther Werks bereits hervorragend. Uns stellte sich daher eher die Frage, wie man optisch möglichst nah am Original bleiben könnte, während man die Technik dort modernisiert, wo es dem Erlebnis zuträglich ist“, fasst Benjamin David die Philosophie zusammen.
Ich möchte, dass die Leute nicht sofort erkennen, dass es ein komplett neu aufgebautes Auto ist. Wir überlegen, was man verbessern kann, ohne dass man es sieht. Denn das ist eigentlich, wofür wir Norddeutschen bekannt sind: Understatement.
Benjamin David, DAVID Finest Sports Cars
Die Linienführung des Ausgangsmodells bleibt bei Projekten von DAVID Finest Sports Cars unangetastet. Technisch hingegen erlauben die Hamburger sich und ihren Kunden gewisse Freiheiten. „Wir wollen den Kunden ermöglichen, ihr Auto mit allem ausstatten zu können, was früher bei Porsche Exclusive möglich gewesen wäre – und noch ein bisschen mehr. Es soll allerdings von außen nicht sichtbar sein“, betont Benjamin David.
Jorge, der erste von DAVID Finest Sports Cars restaurierte Porsche, ist wie ein Best-Of des 964
Kürzlich stellte das Hamburger Unternehmen sein erstes Projekt dieser Art mit Codenamen Jorge fertig. Auf den ersten Blick wirkt Jorge nicht wie ein radikaler Umbau. Und genau das ist Absicht. Nur dem echten Porsche-Kenner fallen die Änderungen am 1992 gebauten Porsche 964 Carrera 2 auf. Die Außenfarbe Jetgrün Metallic gab es erst ab Ende der 2000er Jahre. Außerdem trägt Davids erstes Projekt die Lufteinlässe des 964 Carrera RS in der Frontstoßstange, die RS-Heckstoßstange sowie dessen Dünnglas-Heckscheibe.
Seinen Namen verdankt Jorge einer spanischen Flagge im Fußraum des Basisfahrzeugs. Die Assoziation zu Let’s-Dance-Juror Jorge González war im Team schnell hergestellt.
Um Jorge auch im Interieur eine etwas sportlichere Note zu geben, bediente sich Davids Team abermals beim 964 Carrera RS. Türverkleidungen, Recaro Pole Position Sitze und das Porsche Classic Performance Lenkrad mit 12-Uhr-Markierung unterstreichen die Philosophie. Der Innenraum ist in geschmackvoller Bi-Color-Lederausstattung in Flaschengrün und Schwarz gefertigt. All diese Veredelungen machen Jorge gewissermaßen zu einem Best-Of der gesamten Baureihe des Porsche 964.
Kurze Wege für schnelle Abstimmungen – Die Sattlerarbeiten übernahm David Ekselenski aus der unmittelbaren Nachbarschaft.
Der weiterhin 3,6 Liter große Boxermotor bekam veränderte Nockenwellen, größere Einlassventile und eine passende Abstimmung. Die Leistung stieg von 250 auf 313 PS. Dank einer leichteren Schwungscheibe dreht er außerdem spontaner hoch und klingt dank Cup-Rohr auch kerniger als das Serien-Aggregat. Verzögert wird standesgemäß mit großer 993-Turbo-Bremsanlage vorn und 964 RS-Bremse hinten. Um auf den mitunter schlechten Straßen Südtirols – hier lebt der künftige Eigentümer – kein Aufsetzen zu riskieren, ohne auf sportliche Direktheit verzichten zu müssen, entschieden sich David und sein Team für ein KW V3-Fahrwerk mit hydraulischem Liftsystem.
Benjamin Davids erstes Umbauprojekt greift auf ein eigens abgestimmtes KW V3 mit Liftsystem zurück. Der Motor blieb optisch serienmäßig, leistet aber 63 PS mehr als im Original.
DAVID Finest Sports Cars will künftig drei bis vier „neue“ Porsche 964 oder 993 pro Jahr ausliefern
Die eigentliche Qualität Jorges liegt allerdings nicht in der Summe seiner Teile, sondern der Betonung seiner ursprünglichen Identität. „Es geht uns nicht darum, einen luftgekühlten Elfer neu zu interpretieren oder seinen Charakter zu ändern. Die Leute wollen den typischen Sound, wenn sie die Tür schließen. Was sie nicht wollen, ist Sonntag über den Hamburger Fischmarkt zu fahren und es klappert. Wer einen von uns aufgebauten 964 abholt, soll zwar das Gefühl von damals bekommen, aber mit der Qualität von heute“, fasst David zusammen.
Die letzten zehn Prozent kosten fünfzig Prozent. Bei uns werden die Fahrwerke per Radlastwaage eingestellt, die Dämmung im Innenraum mit modernen Werkstoffen angepasst – und solange wir nicht vollends zufrieden sind, wird das Auto nicht ausgeliefert.
Benjamin David, DAVID Finest Sports Cars
Erst nach bestandener Feuertaufe und finaler Abstimmung am Bilster Berg war das Projekt Jorge bereit für seinen neuen Eigentümer.
Jorge ist keine reine Machbarkeitsstudie. Alles ist darauf ausgelegt, dass dieser 964 Carrera 2 jeden Tag genutzt werden kann. „Diese Autos sollen fahren. Unsere Idee ist nicht ‚kaufen und wegstellen‘, sondern das maximale Fahrerlebnis zu bieten“. Künftig möchte Benjamin David drei bis vier solcher Projekte pro Jahr realisieren. Das nächste ist bereits in Planung: „Ein Porsche 993 in dunkelgrün mit braunem Interieur und wirklich allem, was Ende der 90er Jahre bei Porsche Exclusive theoretisch machbar gewesen wäre“, lässt der Chef wissen.
Vielleicht schließt sich für Benjamin David genau hier der Kreis. Er begann als Verkäufer, weil ihn der Moment faszinierte, in dem aus einem Wunsch ein konkretes Auto wird. Heute baut sein Team solche Wünsche selbst: als luftgekühlte Porsche, die nicht neu interpretiert, sondern unsichtbar optimiert werden. Die besten Autos wurden vielleicht bereits gebaut. Aber ihre Geschichte muss deshalb noch lange nicht vorbei sein.