Mit der Baureihe 992 machte Porsche den 911 endgültig zum Sportwagen für jeden Tag. Ein weitgehend digitalisiertes Cockpit, zusätzliche Assistenzsysteme und das Achtgang-PDK prägten die neue Generation. Als Gebrauchtwagen sind die ersten Carrera und Carrera S inzwischen auch für diejenigen interessant, die sich bisher nach einem 991 umgesehen haben. Doch wie steht es um die Technik? In unserer Porsche 992 Carrera Kaufberatung zeigen wir euch, welche Schwachstellen bekannt sind und worauf ihr bei Besichtigung und Probefahrt eines 911 Carrera oder Carrera 4 der Modelljahre 2020 bis 2024 achten solltet.
Worin unterscheidet sich der Porsche 992 Carrera von seinem Vorgänger und vom Carrera S?
Im November 2018 stellte Porsche die achte Generation des 911 vor. Den Anfang machten Carrera S und Carrera 4S mit 450 PS. Im Sommer 2019 folgte der Carrera mit 385 PS. Wie beim 991.2 arbeiten im Heck Sechszylinder-Boxermotoren mit drei Litern Hubraum und zwei Turboladern. Anders als noch beim Vorgänger gab es ab dem 992 nur noch eine Karosseriebreite. Die heckgetriebenen Modelle sind seitdem genauso breit wie die Allrad-Elfer. Dazu kamen das durchgehende Leuchtenband und ausfahrende Türgriffe. Im Innenraum blieb der zentrale Drehzahlmesser analog, die übrigen Instrumente wanderten auf Displays.
Der Unterschied in der Motorleistung zwischen Carrera und Carrera S/4S liegt an unterschiedlich großen Turboladern. Im Carrera kommen kleinere Lader zum Einsatz, die zwar schneller ansprechen, aber nicht ganz so viel Ladedruck ermöglichen. Auch die Radgrößen sind beim Carrera kleiner. Serienmäßig rollt er auf 19-Zoll-Rädern vorn und 20-Zöllern hinten. Beim S und 4S sind ab Werk ein Zoll größere Räder montiert. Im Gegensatz zu den Carrera S-Modellen und dem Carrera T gab es den 992.1 Carrera nur mit 8-Gang Porsche Doppelkupplungsgetriebe.
Wer einen 992 Carrera mit Handschaltung sucht, muss zum Carrera T, Carrera S oder 4S greifen.
Welche Karosserievarianten gab es beim Porsche 992 Carrera?
Den Porsche 992 Carrera mit 385 PS gab es als Coupé und Cabriolet, jeweils mit Hinterradantrieb oder als Carrera 4 mit Allradantrieb. Die entsprechende Targa-Version heißt 911 Targa 4 und hat immer Allradantrieb. Einen heckgetriebenen Targa gab es in dieser Generation nicht.
Welche Getriebevarianten gab es beim Porsche 992 Carrera?
Porsche lieferte den 992 Carrera und Carrera 4 mit 385 PS ausschließlich mit Achtgang-PDK aus. Das gilt für Coupé und Cabriolet sowie für den Targa 4. Ein Schaltgetriebe war für diese Modelle nicht erhältlich. Handschalter gab es innerhalb der Baureihe unter anderem beim Carrera T, Carrera S und Carrera 4S.
Was unterscheidet den Porsche 992 Carrera vom Carrera 4?
Der Carrera hat Hinterradantrieb, der Carrera 4 Allradantrieb. Beide leisten 385 PS und haben 450 Nm Drehmoment. Karosseriebreite und Serienbereifung sind identisch. Als Coupé wiegt der Carrera 4 1.555 statt 1.505 Kilogramm. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 291 statt 293 km/h.
Porsche 992 Carrera Kaufberatung: Karosserie
Die gute Nachricht vorweg: Rost an der Karosserie ist beim 992 bislang kein Thema. Trotzdem sollte der Karosseriezustand genau überprüft werden. Schließlich gibt besonders die Fahrzeugfront Aufschluss über das bisherige Autoleben. Viele Steinschläge bedeuten meist viele Hochgeschwindigkeitsfahrten mit wenig Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug, wie beispielsweise bei schnellen Autobahnetappen. Kommen übermäßige Schleifspuren am Unterboden hinzu, könnte das auf Rennstreckeneinsätze, zum Beispiel bei Trackdays oder Touristenfahrten hindeuten. Natürlich sollten auch die Spaltmaße genau begutachtet werden, um eventuell unfachmännisch reparierte Unfallschäden nicht zu übersehen.
Für Porsche 992 mit Leichtbauverglasung – sie war auch beim Carrera als Sonderausstattung erhältlich – gab es in den USA zudem eine Rückrufaktion. Unter der Nummer 24V-155 führt die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) aus, dass etwa zehn Prozent von insgesamt 8.101 zwischen Juli 2019 und Oktober 2023 gebauten Porsche 992 eine mangelhafte Verklebung der Leichtbauscheiben aufweisen. Windgeräusche oder Wassereintritt können Hinweise sein. Ob ein Fahrzeug betroffen ist und die Maßnahme erledigt wurde, muss das Porsche Zentrum anhand der Fahrgestellnummer prüfen.
Auch die elektrisch ausfahrenden Türgriffe solltet ihr auf beiden Seiten mehrfach bedienen. Auch hierzu gab es eine technische Information von Porsche an die NHTSA. Knarz und Quietschgeräusche können auftreten und werden durch gezielte Reinigung und ein spezielles Schmiermittel beseitigt. Beim Cabriolet sollte logischerweise das Verdeck auf Funktion und Dichtigkeit geprüft werden.
Porsche 992 Carrera Kaufberatung: Innenraum
Der Innenraum des Porsche 992 war ein großer Schritt in die Moderne. Die mittlerweile üblichen, großen Displays im Armaturenbrett und die Klavierlack-Oberflächen passten das Elfer-Interieur an den Zeitgeist an, auch wenn diese Änderungen durchaus kontrovers diskutiert wurden. Generell bot der 992-Innenraum nochmals mehr Möglichkeiten der Individualisierung. Beim Carrera gab es allein vier unterschiedliche Sitzvarianten. Serienmäßig waren 4-Wege-Sportsitze mit elektrischer Höhen- und Lehnenverstellung. Optional gab es vollelektrische 14-Wege-Sportsitze mit Memory, Sportsitze Plus mit 4-Wege-Verstellung und Adaptive Sportsitze Plus mit 18-Wege-Verstellung.
Außerdem ließ sich die Erscheinung des Innenraums durch ergänzende Lederausstattung, verschiedene Steppungen der Sitzmittelbahnen und Türtafeln, Zierleisten und Bi-Color-Optionen fundamental verändern. Es lohnt sich deshalb, verschieden ausgestattete Modelle persönlich anzuschauen, um einen Eindruck von Optik und Haptik zu bekommen. Sollten die Ausstattungsmerkmale grundsätzlich passen, aber zum Beispiel nur kleinere Details zum Traum-Interieur fehlen, gibt es für vieles Nachrüst-Lösungen. Mit mittlerem vierstelligem Budget lässt sich ein 992-Innenraum bereits recht umfangreich nachträglich individualisieren.
Während die Abriebfestigkeit aller Materialien generell auf einem guten Niveau ist, sind Faltenwurf und Druckstellen auf den Sitzen bereits bei fünfstelligen Laufleistungen nicht ungewöhnlich. Aus dem Bereich der Türverkleidungen kann es durch fehlerhafte Befestigungen von Leitungen zu Knarz- und Klappergeräuschen kommen. Es gibt dazu eine Porsche-Reparaturinformation – das Problem ist also bekannt. Auch verrutschte oder fehlende Schaumstoffpolster zwischen Tank und Karosserie können nervige Geräusche verursachen. Deshalb ist eine Probefahrt vor dem Kauf ratsam, die nicht nur über frisch asphaltierte Straßen führt.
Porsche 992 Carrera Kaufberatung: Elektrik und Komfort
Beim Infotainment lohnt ein genauer Blick auf das Baujahr und den tatsächlichen Funktionsumfang. Porsche führte im Sommer 2021 das Communication Management (PCM) der Version 6.0 im 911 ein. Wichtigste Neuerung zum PCM 5.0, das anfangs im 992.1 Carrera verbaut wurde, war die Integration von Android Auto, wenn auch anfangs nur per Kabel. Die kabellose Android Auto-Verbindung kam erst mit einem Softwareupdate 2022, das farbige Icons brachte und Apple Music und Podcasts sowie Spotify direkt ins PCM integrierte. Das Update war damals kostenlos, allerdings sollte überprüft werden, ob es tatsächlich vorgenommen wurde.
Auch die Batterie verdient Aufmerksamkeit, besonders bei selten gefahrenen Autos. Der 992 wurde je nach Ausführung mit unterschiedlichen Batterietypen ausgestattet. Bei einer Lithium-Ionen-Batterie kann deren Schutzfunktion den Stromkreis unterbrechen; ein scheinbar völlig stromloses Auto bedeutet deshalb nicht automatisch, dass die Batterie ersetzt werden muss. Außerdem verlangen die leichten LiFePo-Batterien einen anderen Ladgerätestandard als konventionelle Batterien.
Ab wann hat der Porsche 992 Carrera PCM 6.0?
Porsche führte PCM 6.0 im Sommer 2021 zum Modelljahr 2022 ein. Damit erhielt der 992 Carrera unter anderem Android Auto, zunächst per Kabel. Der tatsächliche Funktionsumfang hängt auch vom installierten Softwarestand ab. Bei der Besichtigung sollten deshalb Smartphone-Verbindung, Navigation und gespeicherte Einstellungen ausprobiert werden.
Nicht immer werden in der Bordelektronik abgelegte Fehler auch im Armaturenbrett angezeigt. Deshalb ist das Auslesen des Fehlerspeichers erst nach der Probefahrt empfohlen. Sinnvoll ist zudem die Abfrage offener Rückrufe und Werkstattaktionen anhand der Fahrgestellnummer. So kann die Gefahr unangenehmer Überraschungen minimiert werden.
Die dynamischen Motorlager können Probleme bereiten
Porsche 992 Carrera mit Sport Chrono-Paket verfügen über Porsche Active Drivetrain Mounts (PADM). Dieses dynamischen Lager helfen bei Sport Plus Modus, Wank- und Nickbewegungen des Antriebsstrangs zu minimieren, was für noch bessere Straßenlage sorgt. Im normalen Modus bietet die Lagerung mehr Fahrkomfort. Fehler an diesen Teilen sind jedoch nicht selten. Sie machen sich durch PADM-Fehler im Kombi-Instrument bemerkbar. Auch Klappergeräusche können auf fehlerhafte Lager zurückgehen. Bei frühen Carrera-Modellen traten PADM-Fehler durch Wassereinbruch auf. Abhilfe schaffte Porsche durch den Einsatz von Abdeckungen und verbaute später geänderte Lager.
Porsche 992 Carrera Kaufberatung: Motor
Im 992 Carrera kam ein 3,0-Liter-Sechszylindermotor mit zwei Turboladern aus der Motorenfamilie 9A2 evo zum Einsatz. Zwar gibt es bei diesen Aggregaten keine systematischen kapitalen Probleme, doch trotzdem sollten einige Punkte beachtet werden. Bei der Besichtigung sollte zum Beispiel der erste Start möglichst mit kaltem Motor erfolgen. Später sollte der Motor idealerweise im Rahmen einer Probefahrt vollständig auf Betriebstemperatur gebracht werden. So lassen sich eventuelle Undichtigkeiten aufspüren. Auch hierzu gab es dokumentierte Probleme, die auf eine Beschädigung der Ölwannendichtung zurückgehen.
Ein weiteres bekanntes Problem betraf elektrische Fehler am Einspritzsystem. Falls im Steuergerät Fehler für zwei gegenüberliegende Injektoren gemeldet abgelegt waren, schloss sich eine von Porsche vorgegebene Reparaturreihenfolge an. Nach einem Softwareupdate wurde erneut geprüft. Trat der Fehler wieder auf, folgten Prüfungen der Leitungen zu den Injektoren und schlussendlich Untersuchungen am Motorsteuergerät selbst.
Wasserpumpe und Unterdrucksystem müssen gemeinsam geprüft werden
Beim Porsche 992.1 Carrera kann eine undichte Wasserpumpe dafür sorgen, dass Kühlmittel in das Unterdrucksystem gelangt, welches die Durchflussmenge des Kühlmittels reguliert. Diese Funktion kann die Fördermenge beinahe auf null reduzieren. Bei entsprechendem Befund sind deshalb alle Unterdruckleitungen der Kühlmittelpumpe auf Flüssigkeitsspuren zu kontrollieren. Sind sie verunreinigt, sieht die Reparaturvorgabe den Austausch der betroffenen Leitungen und des Ventilblocks vor. Auch die verursachende Wasserpumpe muss erneuert werden. Hat das Fahrzeug also bereits eine neue Wasserpumpe erhalten, sollte also ermittelt werden, wieso sie getauscht wurde und ob gegebenenfalls die Unterdruckleitungen auch ausgetauscht wurden.
Ein Austausch der Wasserpumpe im 992 Carrera sollte gut dokumentiert sein, denn bei Undichtigkeiten kann auch Kühlmittel in die Unterdruckleitungen gelangt sein.
Welche Schwachstellen sind beim Porsche 992 Carrera bekannt?
Zu den dokumentierten Problemen gehören undichte Wasserpumpen, Ölverlust an Motor und PDK sowie Fehler der dynamischen Motorlager bei Fahrzeugen mit Sport Chrono-Paket. Hinzu kommen PCM-Aussetzer und Klappergeräusche an Türverkleidungen oder Tankauflagen.
Worauf sollte man bei einer erneuerten Wasserpumpe am Porsche 992 achten?
Bei einer intern undichten Wasserpumpe kann Kühlmittel in die Unterdruckansteuerung gelangen. Deshalb sollte aus der Reparaturdokumentation hervorgehen, ob die angeschlossenen Leitungen auf Flüssigkeit geprüft wurden. Bei Verunreinigung sieht Porsche neben dem Pumpentausch den Austausch der betroffenen Unterdruckleitungen und des Ventilblocks vor.
Porsche 992.1 Carrera Kaufberatung: Getriebe und Antrieb
Den Porsche 992 Carrera gab es nur mit 8-Gang-PDK. Es empfiehlt sich, bei der Probefahrt alle Gänge manuell durchzuschalten und mehrfach zwischen Fahrstufe D und R beim Rangieren zu wechseln. Gibt es Schläge im Antriebsstrang oder ungewöhnlich lange Verzögerungen beim Wechseln vorn D auf R und umgekehrt, sollte das Getriebe genauer untersucht werden.
Das Getriebe sollte möglichst nach der Probefahrt auch von unten einer Sichtprüfung unterzogen werden. Denn für alle 992 Carrera der Modelljahre 2020 bis 2024 können Ölundichtigkeiten am Achtgang-PDK ein Thema sein. In Porsches technischer Information zum Problem wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Getriebeölwanne bei Beanstandungen wiederholt fälschlich als Ursache diagnostiziert wurde. Die Leckstelle muss am gereinigten Getriebe nach einer Fahrt auf Betriebstemperatur lokalisiert werden. Je nach Austrittstelle kann der benötigte Reparaturumfang stark variieren.
Porsche 992 Carrera Kaufberatung: Fahrwerk und Bremsen
Der 992 Carrera brilliert, wie die gesamte Baureihe, mit einer sehr harmonischen Fahrwerksabstimmung. Unabhängig davon, ob das PASM Fahrwerk verbaut ist, sollte das Fahrwerk sich satt und gleichzeitig komfortabel anfühlen. Auf der Probefahrt sollte der Wagen außerdem sauber geradeaus laufen und ohne auffällige Geräusche über Unebenheiten rollen. Ungleichmäßiger Reifenverschleiß, ein schief stehendes Lenkrad oder beschädigte Felgen verlangen eine genauere Prüfung von Achsgeometrie und Fahrwerk.
Das Vorderachsliftsystem muss sich, sofern vorhanden, ebenso fehlerfrei betätigen lassen, wie die verschiedenen Fahrwerksmodi des optionalen PASM. Außerdem interessant zu wissen: Anders als Carrera T oder S und 4S gab es den 992 Carrera und Carrera 4 nicht mit Hinterachslenkung. Außerdem sollten die Reifen auf ihr Alter hin kontrolliert werden. Darüber gibt die sogenannte DOT-Nummer auf der Reifenflanke Aufschluss. Nach sechs Jahren sollten neue Pneus aufgezogen werden. Ein Satz neuer Reifen mit N-Kennung schlägt dabei mit mindestens 1.000 Euro zuzüglich Montage zu Buche. Nicht unerheblich für etwaige Preisverhandlungen.
Auch die hervorragend zupackenden Bremsen sollten genau inspiziert werden, denn Ersatz ist nicht günstig. Bei Stahlbremsen lässt sich das Tragbild der Scheibe und die Belagstärke auch von Laien prüfen. Haben die Bremsscheiben Riefen oder eine deutliche Lippe am Rand, sollten sie erneuert werden. Bremsbeläge haben eine Verschleißmarkierung. Rubbelt die Bremse oder zieht das Auto beim Bremsen in eine Richtung, muss genauer hingesehen werden. Die Beurteilung der Keramikbremse (PCCB) ist nicht so leicht und von außen kaum möglich. Dazu sollte man einen Fachmann hinzuziehen.
Gab es den Porsche 992 Carrera mit Hinterachslenkung?
Für den 992 Carrera und Carrera 4 mit 385 PS war die Hinterachslenkung ab Werk nicht erhältlich. Auch das Sport Chrono-Paket enthielt sie nicht. Zu dessen Umfang gehörten dagegen die dynamischen Motorlager. Die Hinterachslenkung war innerhalb der Baureihe unter anderem für Carrera T, Carrera S und Carrera 4S optional verfügbar.
Gab es für den Porsche 992 Carrera eine Keramikbremse?
Ja, für Carrera und Carrera 4 war die Porsche Ceramic Composite Brake (PCCB) optional erhältlich. Ihre Bremsscheiben messen vorn 410 und hinten 390 Millimeter; die Serienbremse hat an beiden Achsen 330 Millimeter große Scheiben. PCCB erfordert daher größere Räder mit 20 Zoll vorn und 21 Zoll hinten.
Porsche 992 Carrera Kaufberatung: Fazit und Kaufempfehlung
Der Porsche 992 Carrera markierte für den 911 einen großen Schritt in die Moderne. Er wurde größer, aber auch alltagstauglicher. Gleichzeitig bietet er Fahrleistungen, die im Straßenverkehr keine Wünsche offenlassen. Technisch ist er bis auf einige gut dokumentierte Schwächen solide. Wem moderne Konnektivität besonders wichtig ist, dem sei ein Carrera ab Modelljahr 2022 empfohlen, um bereits das aktualisierte PCM 6.0 im Fahrzeug zu haben.
Ansonsten lässt sich keine Empfehlung für ein bestimmtes Baujahr oder eine Warnung vor einem anderen aussprechen. Stattdessen sollten Konfiguration und Wartungshistorie im Mittelpunkt stehen. Will man eine besondere Farbe oder Innenausstattung im 992 Carrera, muss man allerdings schnell sein. Denn extravagante Konfigurationen finden sich hier verhältnismäßig selten. Sind alle Kinderkrankheiten beseitigt, ist der Porsche 992 Carrera ein großartiger Sportwagen – am Pass und im Alltag. Selbst auf der Rennstrecke macht er eine gute Figur.
Seine Fahrleistungen sind auf so hohem Niveau, dass es eigentlich gar nicht mehr als den Basis-Carrera braucht. Denn ob der Sprint auf 100 km/h nun 4,0 oder 3,5 Sekunden dauert, ist im Alltag genauso irrelevant wie der Fakt, dass der 992 Carrera mit 293 km/h Höchstgeschwindigkeit 15 km/h langsamer ist als der Carrera S der gleichen Generation. Insofern kann der 992 Carrera sich sogar für diejenigen lohnen, die sich eigentlich mit einem Carrera S beschäftigten, aber nicht unbedingt ein Schaltgetriebe wollen. Und dank der noch für viele Jahre verlängerbaren Porsche Approved Garantie ermöglicht er relativ sorgenfreien Sportwagengenuss, sofern Historie und Zustand passen.
Bremsen: vorn 330 mm (Dicke 34 mm), hinten 330 mm (Dicke 28 mm); jeweils Vierkolben-Aluminium-Monobloc-Festsättel sowie gelochte und innenbelüftete Grauguss-Bremsscheiben. Optional PCCB: Keramik-Bremsscheiben vorn 410 mm (Dicke 36 mm) mit Sechskolben-Aluminium-Monobloc-Festsätteln, hinten 390 mm (Dicke 32 mm) mit Vierkolben-Aluminium-Monobloc-Festsätteln
Radstand (mm): 2.450
Maße L x B x H (mm): 4.519 x 1.852 x 1.298 (Breite ohne Außenspiegel)
Leergewicht nach DIN: 1.505 kg (Carrera 4: 1.555 kg)
Beschleunigung 0 bis 100 km/h: jeweils 4,2 s; mit Sport Chrono-Paket jeweils 4,0 s
Wichtiger Hinweis: Wir geben uns große Mühe, die wichtigsten Themen und Fakten zu beleuchten und gewissenhaft zu erörtern. Trotzdem können wir keine Vollständigkeit und Richtigkeit garantieren. Unsere Redakteure arbeiten nach bestem Wissen und Gewissen. Eine Elferspot Kaufberatung kann nur ein Bestandteil einer Gesamtbeurteilung sein und soll nicht ausschließlich für eine Kaufentscheidung herangezogen werden.
Nachricht
Du hast einen Tipp für eine Story oder möchtest einfach mit Richard in Kontakt kommen?