Zwar wurde das Fahrzeug während seiner Zeit in Belgien offensichtlich regelmäßig gewartet, doch kommt im Leben eines jeden 356 irgendwann der Zeitpunkt, an dem eine vollständige Restaurierung fällig wird, und dieses Auto bildet da keine Ausnahme, wie eine umfangreiche Bildersammlung zeigt. Dass Karosserie und Lackierung auch nach über 20 Jahren noch gut in Schuss sind, spricht Bände über die geleistete Arbeit. Im Anschluss an die Karosserierestaurierung wurde der Motor von Maxted Page & Prill überholt, ebenso wie das gesamte Fahrwerk, die Aufhängung und die Bremsen usw. Angesichts der Kosten für die Restaurierung eines 356 auf dem heutigen Markt sind dies alles sehr gute Nachrichten, da die Preise für Arbeit und Ersatzteile immer unerschwinglicher werden.
Der 356 reagiert gut auf eine sanfte Führung, anstatt sich drängen zu lassen, driftet auf seinen schmalen 15-Zoll-Michelin-Reifen durch die Kurven und meistert moderne Straßenverhältnisse auf eine Weise, die viele moderne Porsches alt aussehen lässt.
Eine echte Zeitkapsel und ein großartiges Beispiel für Porsche vor dem 911. Dieser fahrbereite 356 C aus der späten Bauphase hat viel zu bieten, nicht zuletzt seinen vollständig restaurierten Zustand.
Wir zögern, das Wort zu verwenden, aber „kultig“ trifft auf den Porsche 356 und die Anfänge von Porsche als Hersteller sicherlich zu – der allererste 356/1 Roadster, der 1948 aus Porsches Holzschuppen in Gmünd, Österreich, hervorkam. Das war wahrlich Geschichte, die geschrieben wurde.
Dieser Roadster mit Heckmotor, der größtenteils aus VW-Komponenten gebaut wurde, entwickelte sich rasch weiter; sein Sportwagen-Ethos wurde buchstäblich auf den Kopf gestellt, als aus dem Mittelmotor ein Heckmotor wurde, um Platz für eine praktischere Maschine mit Rücksitzen zu schaffen. Bis zum heutigen Tag lässt sich der 911 mit Heckmotor auf den 356 zurückführen.
Er war zweifellos ein eigenwilliges Fahrzeug, doch der 356 begeisterte eine ausgewählte Gruppe von Enthusiasten, die Design, Technik und eine gewisse Raffinesse vielleicht sogar mehr schätzten als reine Geschwindigkeit. Im Vergleich zu vielen einheimischen Sportwagen jener Zeit waren die Monocoque-Karosserie und das Fahrwerk des 356 sowie sein ungewöhnliches Layout eine ausgesprochen ungewöhnliche Wahl. Oder, um es moderner auszudrücken: „Wer es kannte, der kannte es!“
Seine Einführung auf dem amerikanischen Markt und prominente Besitzer wie Steve McQueen, James Dean und sogar Janis Joplin trugen sicherlich dazu bei, ebenso wie die Erfolge im Motorsport bei Veranstaltungen wie Le Mans. Und während der 356 in Großbritannien eine zeitgenössische Rarität (und sehr teuer) war, trugen Persönlichkeiten wie der Motorsportjournalist Dennis Jenkinson und der Weltrekordhalter im Land- und Wasser-Geschwindigkeitsrennen, Donald Campbell, sicherlich zur Mystik dieses ungewöhnlichen Autos bei.
Die Produktions- und Modellgeschichte des 356 ist, gelinde gesagt, kompliziert und kein Thema, das wir hier behandeln wollen. Es genügt zu sagen, dass der 356 nach der Rückkehr von Porsche nach Stuttgart/Zuffenhausen im Jahr 1949 bis 1964 und der Einführung des 911 das Kern- bzw. Mainstream-Modell von Porsche blieb. Selbst danach blieb der 356 bis 1966 in Produktion, wobei die letzten 10 weißen Cabriolets an die niederländische Polizei ausgeliefert wurden! Eine bemerkenswerte Serie, nach jedem Maßstab.
Der letzte der 356
Das bringt uns nahtlos zu diesem sehr späten Modell, einem 356 1600 C aus dem Jahr 1964, einem Auto, das uns hier vor Ort gut bekannt ist und das derzeit neben einem 356 B Cabriolet steht, das wir ebenfalls hier bei PS zum Verkauf anbieten.
Während der 356 B eine recht bedeutende Weiterentwicklung gegenüber dem 356 A darstellte, weist der C vor allem Detailänderungen im Design auf, wobei ihn lediglich neu gestaltete Räder und flache Radkappen auszeichnen. Beim Motor gab es mehr zu beachten: In der 356 C-Spezifikation wurde der 1600-ccm-Stößelmotor entwickelt und auf Zuverlässigkeit, Drehmoment und Langlebigkeit getunt. Er leistete 75 PS bei 5200 U/min, aber noch wichtiger ist das Drehmoment von 91 lbs/ft bei 3600 U/min, was Ihnen alles sagt, was Sie über die Motoreigenschaften des C wissen müssen.