DER REINSTE PORSCHE 911
Die ersten 911er haben etwas an sich, das Porsche nie ganz wiederholen konnte.
Der kurze Radstand, die schmale Karosserie, die feinen Chromdetails und die zierlichen 4,5 × 15 Fuchs-Felgen verleihen dem Fahrzeug eine außergewöhnliche optische Leichtigkeit. In der Farbkombination „Aga Blue“ mit schwarzem Interieur wirkt das Fahrzeug fast schon architektonisch: zurückhaltend, elegant und perfekt proportioniert.
Und dies ist nicht einfach nur ein früher 911.
Es handelt sich um einen 911 S aus dem Jahr 1967 – dem ersten Jahr der S-Baureihe und eines von nur 1.823 Coupés, die für dieses Modelljahr produziert wurden. Der 2,0-Liter-S mit 160 hp bot deutlich mehr Leistung und bewahrte gleichzeitig die Reinheit des ursprünglichen Kurzradstand-Designs.
Viele Details sind spezifisch für diese frühe Generation. Die Scheiben, die Chromteile, die Verkleidungen und zahlreiche Komponenten unterscheiden sich von den nachfolgenden Fahrzeugen. Selbst die schmalen, geschmiedeten 4,5 × 15 Fuchs-Räder sind ein Merkmal, das nur in diesem einen Jahr zu finden war.
Dieses Fahrzeug verfügt noch immer über sie.
VOLLSTÄNDIGE ÜBEREINSTIMMUNG DER MATCHING NUMBERS
Die Originalität geht noch weit darüber hinaus.
Der Motor ist das originale Aggregat mit matching numbers. Das Gleiche gilt für das Getriebe.
Und die matching numbers bei diesem Fahrzeug beschränken sich nicht nur auf den Antriebsstrang: Die originalen, werkseitig gestempelten Türen und Deckel sind noch vorhanden und lassen sich nach wie vor als die Karosserieteile identifizieren, aus denen das Fahrzeug ursprünglich gebaut wurde.
Dieser Grad an Kontinuität war für die Restaurierung von grundlegender Bedeutung.
Es war nie die Absicht, aus einer Zusammenstellung korrekter Teile einen schönen „S“ von 1967 zu schaffen.
EINE RESTAURIERUNG AUF EINEM GANZ ANDEREN NIVEAU
Das Projekt dauerte etwa zweieinhalb Jahre und wurde von Fachwerkstätten in Deutschland durchgeführt.
Das Fahrzeug wurde vollständig zerlegt, bis nur noch die nackte Karosserie übrig blieb.
Anschließend wurde sie im Tauchverfahren vollständig entlackt. Nicht nur an den sichtbaren Stellen geschliffen, gestrahlt oder vorbereitet: Lack, alte Beschichtungen und Korrosionsschutz wurden chemisch entfernt – selbst aus Fugen, Hohlräumen und Bereichen, die mit herkömmlichen Vorbereitungsmethoden nicht erreichbar sind.
Für die Karosseriearbeiten wurde die blanke Karosserie auf eine Blackhawk-Karosseriebank montiert und während der Blecharbeiten präzise vermessen und ausgerichtet.
Nach Fertigstellung erhielt die gesamte Karosserie eine KTL-/E-Coat-Behandlung – einschließlich der inneren Strukturen, Fugen und Hohlräume.
Ebenso kompromisslos war die Philosophie bei der Endbearbeitung. Wo eine Karosserieendbearbeitung erforderlich war, wurde die Karosserie traditionell mit Blei veredelt, anstatt sie unter Schichten von Spachtelmasse kosmetisch zu formen.
Nach dem Lackieren und der Montage wurden die Hohlräume zusätzlich mit heiß aufgetragenem Mike-Sanders-Korrosionsschutzwachs ausgefüllt.
Dies war keine Restaurierung, die lediglich darauf abzielte, nach Fertigstellung beeindruckend auszusehen.
Die Arbeit begann dort, wo sie niemand jemals wieder sehen würde.
Und praktisch jeder Arbeitsschritt – von der entlackten Karosserie und den Karosseriearbeiten über die KTL-Behandlung, die Lackierung, den mechanischen Wiederaufbau bis hin zur Endmontage – ist ausführlich fotografisch dokumentiert.
MECHANISCH NACH DEM GLEICHEN STANDARD
Die mechanische Restaurierung folgte genau derselben Philosophie.
Der originale 2,0-Liter-S-Motor mit matching numbers an Fahrgestell und Motor sowie das Getriebe mit matching numbers wurden von Boxer Motoren Bienert komplett überholt.
Fahrwerk, Aufhängung und Bremssysteme wurden umfassend restauriert.
Die Elektrik wurde durchgehend überarbeitet. Kabelbäume, Steckverbinder und zugehörige Komponenten wurden restauriert und, wo nötig, neu gefertigt.
Im Anschluss an die Rohkarosserie-Restaurierung wurde die komplette schwarze Innenausstattung von der Metallkonstruktion aus neu aufgebaut, wobei besonders auf die spezifischen Materialien, das Erscheinungsbild und die Details des Modelljahres 1967 geachtet wurde.
Die abschließenden Feinarbeiten wurden von EARLY 911S durchgeführt.
Das Ergebnis ist selbst unter restaurierten frühen 911ern außergewöhnlich: Die Qualität endet nicht an der Lackoberfläche. Sie setzt sich fort in der Karosseriestruktur, im Antriebsstrang, im Fahrwerk, in der Elektrik und im Innenraum.
AGA BLUE
Und nach all dieser Arbeit bleibt die vielleicht auffälligste Eigenschaft des Wagens doch die einfachste:
Es ist wunderschön.
Aga Blue verleiht der kleinen frühen Karosserie eine außergewöhnliche Präsenz, ohne ihre Form zu überwältigen. Im Kontrast zu den Chromteilen, dem schwarzen Interieur und den schmalen Fuchs-Rädern wirkt die Farbe für diese Epoche völlig natürlich.
Zudem ist es die Originalfarbe des Fahrzeugs.
In Kombination mit der S-Spezifikation aus dem ersten Baujahr, den vollständig übereinstimmenden Matching numbers und den original gestanzten Karosserieteilen verleiht sie diesem Exemplar eine Identität, die sich nicht einfach durch die Wahl einer attraktiven Farbe bei der Restaurierung nachbilden ließe.
FÜNFZEHN JAHRE
Das Fahrzeug wurde vor vielen Jahren in der Nähe von Boston, Massachusetts, bei einem Porsche-Spezialisten entdeckt und anschließend nach Deutschland gebracht.
Es befindet sich seit fast fünfzehn Jahren in einer Privatsammlung und hatte bisher nur vier Vorbesitzer.
Heute präsentiert es sich in einem außergewöhnlich guten optischen und mechanischen Zustand, begleitet von einer umfangreichen fotografischen Dokumentation der Restaurierung.
Dies ist kein früher 911, der sich durch Extravaganz beweisen muss.
Sein Reiz liegt woanders: in den Proportionen, der Präzision, der Materialqualität und der außergewöhnlichen Schlichtheit der ursprünglichen Idee.
Ein 911 S von 1967. Aga-Blau. Kurzer Radstand. Vollständige Matching numbers. Mit fast schon manischer Liebe zum Detail restauriert.
Manche Objekte brauchen einfach keine zusätzlichen Verzierungen.
Privatverkauf aus langjährigem Besitz.