Porsche 964 Carrera 4
Highlights
- Wunderschöne Restauration
- Gefülltes Scheckheft
- Gepflegtes Fahrzeug
1989 war für Porsche ein bemerkenswertes Jahr. Der 911 wurde zum 964 – und mit dem Carrera 4 bekam er erstmals einen permanenten Allradantrieb.
Was damals wie eine neue Variante des 911 aussah, hatte allerdings eine höchst interessante technische Vorgeschichte. Der Antriebsstrang des 964 Carrera 4 ist im Grunde der etwas einfacher gebaute Ableger des legendären Porsche 959, jenes Technologie-Trägers, mit dem Porsche in den achtziger Jahren seinen ersten Supersportwagen auf die Räder stellte.
Verantwortlich für dessen technische Entwicklung war maßgeblich Hellmuth Bott, damals Entwicklungschef von Porsche und einer der großen Ingenieure dieser Epoche.
Bott war nicht unbedingt ein Mann großer Worte. Als ihn ein Journalist einmal fragte, wie sich denn dieser technisch hochkomplexe 959 nun fahre und ob sich der enorme Aufwand des Allradantriebs gegenüber einem herkömmlichen heckgetriebenen Porsche überhaupt bemerkbar mache, antwortete Bott:
„Bei 180 km/h wird der 959 etwas unruhig.“
Pause.
Eine hanseatisch lange Pause.
Dann fügte er hinzu:
„Auf Schotter.“
Mehr musste man dazu offenbar nicht wissen.
Und tatsächlich steckt in diesem kleinen Dialog ziemlich viel von der damaligen Porsche-Philosophie. Technik wurde nicht entwickelt, um sie im Prospekt zu erklären, sondern um ein Auto besser zu machen. Der 959 war der Versuchsträger. Der 964 Carrera 4 bekam anschließend eine vereinfachte, für die Großserie taugliche Version dieser Idee.
Das Ergebnis fährt sich heute erstaunlich selbstverständlich.
Der 3,6-Liter-Boxer reagiert unmittelbar, der Allradantrieb gibt dem Wagen eine souveräne Traktion, und trotzdem bleibt der Carrera 4 ein echter 911: kompakt, direkt und mit jener mechanischen Rückmeldung, die man bei späteren Generationen zunehmend vermisst.
Man merkt nicht ständig, wie viel Technik unter einem arbeitet.
Man merkt nur, dass sie funktioniert.