Auf der Straße wird einem wieder bewusst, wie gut ein gut abgestimmter 2.7 Carrera eigentlich ist. Der komplett überholte Motor leistet nun rund 225 BHP, während das Getriebe ebenso sorgfältig überarbeitet wurde und sich daher hervorragend fahren lässt. Mit neuen 7- und 8-Zoll-Fuchs-Rädern, einem neuen Sperrdifferenzial und einem Leergewicht von circa 1000 kg ist es ein Vergnügen, über eine typische britische Straße zu gleiten. Die restaurierte, makellose Karosserie und die Innenausstattung mit originalen Recaro-Sportsitzen aus dieser Zeit sind das Tüpfelchen auf dem i.
Ein neuer 911 in der Basisausstattung mit ein paar zusätzlichen Optionen nähert sich heutzutage schnell der 150k-Marke, ein GT3 sogar noch deutlich mehr. Ein 2.7 Carrera ist ein besonderer 911 in der Geschichte von Porsche, äußerst alltagstauglich und auch heute noch überraschend spritzig. Und schließlich … Ganz gleich, für welche PTS-Farbe Sie sich bei Ihrem neuen Porsche entscheiden – kein moderner 911 wird jemals so cool aussehen.
Für Porsche-Fans ist „Carrera“ ein Name, der untrennbar mit dem 911 verbunden ist, da er seit mehreren Jahren das Heck jedes Serienmodells ziert. Das war jedoch nicht immer so, denn einst stand der Name in engem Zusammenhang mit seltenen und besonderen Modellen. Porsche prägte den Begriff „Carrera“ aufgrund seines Erfolgs beim berühmten mexikanischen Straßenrennen, der Carrera Panamericana. „Carrera“ bedeutet auf Spanisch „Rennen“ und war ursprünglich eine Bezeichnung für die 4-Nocken-Rennmotoren, die bei diesem strapaziösen Straßenrennen so erfolgreich waren.
Der Name „Carrera“ wurde anschließend auf dem Heck der leistungsstärksten straßentauglichen Porsche angebracht: beim 356 Carrera aus den späten 50er Jahren und später beim 911 Carrera aus den 70er Jahren. Wer in den 70er Jahren einen 911 mit der Aufschrift „Carrera“ am Heck und dem markanten Schriftzug an der Seite sah, wusste, dass es sich um ein ganz besonderes Auto handelte, denn es war tatsächlich das leistungsstärkste Modell des Hauses und genoss sowohl bei Kennern als auch bei Motorjournalisten hohes Ansehen.
Als die Verkaufszahlen des 911 Mitte der 80er Jahre schwächelten (heute kaum noch zu glauben), erkannte Porsche den Wert des Carrera-Emblems. Als 1984 ein überarbeiteter 911 auf den Markt kam, nannten sie ihn daher 911 Carrera, und der Schriftzug ziert bis heute jeden Serien-911.
Wäre ein 911 2.7 Carrera aus den 70er Jahren heute noch in Produktion, wäre sein Äquivalent wahrscheinlich der GT3 Touring. Das spiegelt das Ansehen wider, das der Carrera zu seiner Zeit genoss, und zeugt von seinem besonderen Motor und den Leichtbaukomponenten. Ein weiterer Beweis dafür ist, dass er auf der Straße tatsächlich schneller war als ein neuer serienmäßiger 3.2 Carrera, der ein Jahrzehnt später auf den Markt kam. Für Uneingeweihte also: Machen Sie keinen Fehler – der 74er Carrera ist ein ganz besonderes Auto und sollte nicht mit späteren, weniger leistungsstarken Modellen verwechselt werden.