Da die Porsche-Ingenieure in dieser Zeit ständig bestrebt waren, ihre Fahrzeuge zu verbessern, war eine letzte Besonderheit des Modelljahres 1972 die Verlegung des Öltanks von hinter das Hinterrad vor das Hinterrad. Diese Anordnung war bereits beim 911R von 1967 erfolgreich eingesetzt worden und trug nicht nur dazu bei, das Schwappen des Öls in schnelleren Kurven zu reduzieren, sondern verbesserte auch die Gewichtsverteilung und damit das Fahrverhalten.
Dieser Öltank wurde über die mittlerweile berühmte externe Öleinfüllklappe im Heckflügel befüllt, die gemeinhin als „Olklappe“ bezeichnet wird. Nach nur einem Produktionsjahr wurde diese Lösung wieder eingestellt. Oft wurde behauptet, dies sei darauf zurückzuführen, dass unachtsame Tankwarte versehentlich den Öltank mit Kraftstoff befüllt hätten. Vielleicht. Wir vermuten jedoch, dass der wahrscheinlichere Grund dafür war, dass die Kostenrechner bei Porsche einmal ausgerechnet hatten, was es tatsächlich kostete, ein aus dem Motorsport stammendes Ölsystem in ein serienmäßiges Straßenfahrzeug einzubauen – und dass dies der Grund war, warum es ab dem Modelljahr 1973 stillschweigend wegfiel.
Daher ist ein 911 „Olklappe“ von 1972 unter den Liebhabern früher 911er, die den technischen Vorteil dieses einzigartigen Ölsystems zu schätzen wissen, äußerst begehrt. In der Rechtslenker-Ausführung sind sie noch seltener.
Das bringt uns zu diesem Fahrzeug.
Wir freuen uns, diesen seltenen, für den britischen Markt bestimmten Porsche 911E 2.4 aus dem Jahr 1972 mit Rechtslenkung anbieten zu können. Ein Porsche-Konformitätszertifikat bestätigt das Fertigstellungsdatum im Januar 1972; das Fahrzeug wurde im Februar desselben Jahres über den britischen Vertriebspartner AFN erstmals an den Earl of Suffolk und Berkshire ausgeliefert.
Es wurde ab Werk in der Sonderfarbe „Gemini Blue Metallic“ (Lackcode 8686) mit einer Innenausstattung aus schwarzem Kunstleder und Cord bestellt. Erfreulicherweise weist das Fahrzeug noch heute genau diese Farb- und Ausstattungskombination auf.
Die Historie bestätigt Wartungsarbeiten durch anerkannte Porsche-Spezialisten in den 1980er- und 1990er-Jahren sowie eine Liste der Vorbesitzer, die von der DVLA bezogen wurde. Wie viele frühe 911er wies das Fahrzeug Anfang der 2000er Jahre die bekannten Anzeichen von Korrosion auf, woraufhin der damalige Besitzer eine umfassende, dokumentierte Restaurierung in Angriff nahm.
Die Maßstäbe waren damals ganz andere; zwar bestätigt die Historie die durchgeführten Arbeiten, doch kann man mit Fug und Recht sagen, dass die Qualität dieser früheren Restaurierung sehr typisch für jene Zeit war.
Wir lieferten das Fahrzeug 2011 als fahrbereites Exemplar für knapp unter 40.000 £ an seinen derzeitigen Besitzer, was heute für einen 2,4-Liter-E mit Rechtslenkung geradezu unglaublich erscheint. Der Käufer ist nach eigenen Angaben ein sehr anspruchsvoller Zeitgenosse, weshalb nach dem Kauf eine gründliche Untersuchung und Begutachtung durch seinen Freund Robert Gant durchgeführt wurde, der bestätigte, dass das Auto zwar tatsächlich fahrbereit war, jedoch eine weitaus detailliertere und umfassendere Restaurierung erforderlich wäre, um es auf das von ihm gewünschte Niveau zu bringen.
Kurz nach dem Kauf wurde das Auto daher Roberts Firma, Gantspeed Engineering, für eine zweijährige, vollständige Restaurierung bis ins kleinste Detail anvertraut.
Für diejenigen, die mit der Porsche-Oldtimer-Szene nicht vertraut sind: Robert Gant, der inzwischen im Ruhestand ist, und sein Team bei Gantspeed hatten seit Mitte der 1970er Jahre in einer ruhigen Ecke von Lincolnshire klassische Porsche überholt und restauriert. Ihre Kenntnisse über diese frühen Fahrzeuge waren fundiert, und die Qualität der Arbeit spricht für sich.
Ein Maßstab sowohl für die Qualität der Arbeit als auch für das Engagement des Besitzers, das Fahrzeug perfekt in Schuss zu bringen, sind die Restaurierungskosten, die 180.000 £ überstiegen. Das ist keine unerhebliche Summe, doch nach heutigen Maßstäben würde dieselbe Arbeit eher bei 300.000 £ liegen. Seit der Fertigstellung wurden weitere 20.000 £ für Instandhaltung und Wartung aufgewendet, um sicherzustellen, dass das Fahrzeug in Top-Zustand bleibt.
Unsere Meinung
Ein gut abgestimmter früher 911 bietet puren Fahrspaß, und wie man es sich nur wünschen kann, ist dieser kleine E nun ein absolutes Juwel. Alles funktioniert wunderbar, sodass ein zügiges Tempo beibehalten werden kann, ohne dass man jemals das Gefühl hat, das Auto mühsam vorantreiben zu müssen.
Wenn man in den restaurierten Recaro-Sportsitzen sitzt und das Original-Lenkrad mit seinem leichten und feinfühligen Handgefühl spürt, ist es eine Freude, eine beliebte A- oder B-Straße entlangzufahren, wo ein Auto wie dieses wirklich in seinem Element ist. Es wurde zudem wunderschön und originalgetreu restauriert – und zwar auf einem Niveau, das sich heute ehrlich gesagt kaum noch rechtfertigen ließe.
Hinzu kommt, dass es sich um einen echten „Matching numbers“-911E mit Rechtslenkung aus dem Jahr 1972 handelt, der ursprünglich nach Großbritannien geliefert wurde – die Faszination liegt auf der Hand.
Der Beste seiner Art? Das überlassen wir Ihnen zu entscheiden.